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Lidl-Konzern stoppt Modernisierungen - „zu viele zu teuer“

Schlechte Nachricht für die Kunden

Radikale Wende: Lidl stoppt eigenes Prestigeprojekt

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Neckarsulm - Lebensmittel online shoppen, mit diesem Konzept hatte die Discounterkette Lidl bis zuletzt überall geworben. Nun hat der Konzern das Prestigeprojekt gestoppt.

Das neue Konzept „Lidl-Express“ galt als Prestigeprojekt der Lidl-Discounterkette. Was das Unternehmen REWE bereits seit einigen Jahren anbietet, das wollte nun auch Lidl seinen Kunden bieten: Lebensmittel online einkaufen. Jetzt wurde bekannt: Der neue Service wird nicht kommen und auch die Modernisierungen vieler Filialen wurde erst einmal auf Eis gelegt.

Interne Streitigkeiten führten zum Wechsel an der Lidl-Spitze

Unter Berufung auf die Lebensmittelzeitung berichten der Stern und die Mitteldeutsche Zeitung, dass der Wechsel an der Spitze der Discounterkette der Grund für den plötzlichen Gesinnungswandel sei.

Erst im Februar hatte der langjährige Lidl-Chef Sven Seidel das Unternehmen verlassen. Zuvor war es in der Schwarz-Gruppe, zu der neben Lidl auch das Schwesterunternehmen Kaufland gehört, zu Streitigkeiten gekommen. Schuld seien „unterschiedliche strategische Geschäftsauffassungen“ zwischen Seidel und Schwarz-Chef Klaus Gehring, teilte das Unternehmen in einer Mitteilung mit. Der fünf Jahre jüngere Jesper Hojer, der zuvor als Vorstand den internationalen Einkauf leitete, wurde sein Nachfolger.

Trotz wochenlanger Werbung: „Lidl-Express“ kommt nicht

Laut dem Nachrichtenmagazin Stern wurde das Projekt „Lidl-Express“ nur kurze Zeit später abgeblasen und das, obwohl der Konzern damit bereits seit Wochen Werbung gemacht hatte. Mit dem sogenannten „Click & Collect“-Angebot wollte der Discounter eigentlich zunächst eine Testphase beginnen, in der die Kunden auf der Seite lidl-express.de ihren Warenkorb virtuell füllen könnten. Ein Angebot, das nicht nur aus abgepackten Waren, sondern auch aus Obst, Gemüse und Fleisch bestanden hätte. Um die Lebensmittel abzuholen, hätte der Kunde dann ganz einfach eine Filiale und einen Zeitpunkt der Abholung auswählen können. Das besondere daran: Lidl wollte seinen Kunden ermöglichen, die Einkäufe auch außerhalb der normalen Öffnungszeiten abzuholen. Dafür plante der Konzern, einen 30 Quadratmeter großen Bereich vor den Verkaufsräumen zu schaffen, so der Stern. Eine Testfiliale gab es bereits in Berlin-Schönefeld.

„Zu viele, zu teure Projekte“

Kurz bevor „Amazon Fresh“ mit seinem Konzept an den Start geht, will der Lidl-Konzern nun sein Vorhaben nicht mehr umsetzten. Der Grund dafür sei, dass zu viele und zu teure Projekte angestoßen worden seien, so die Mitteldeutsche unter Berufung auf die Lebensmittelzeitung. Das neue Konzept von Amazon ist dagegen in aller Munde. Denn der Online-Versandhandel will in Zukunft auch Lebensmittel an seine Kunden ausliefern. Wie das Handelsblatt berichtet, hat sich Amazon für die Lieferung der Einkäufe die DHL als Partner ins Boot geholt.

Der Lidl-Konzern will dagegen auch weitere Neuerungen einstampfen. So hatte die Discounterkette geplant, seine Filialen nach und nach in einem miliardenschweren Modernisierungsprogramm zu verschönern. Wie der Stern berichtet, seien für den Umbau rund drei Millionen Euro veranschlagt worden. Mit breiteren Gängen, höheren Decken, Kundentoiletten und frischem Kaffee sollten die Filialen des Discounters aufgewertet werden. 

Doch auch diese Pläne will das Unternehmen aus Neckarsulm nun abändern. Wie die Mitteldeutsche schreibt, zitiert die Zeitschrift „Lebensmittelzeitung“ eine Insider-Quelle: "Das rechnet sich nur an Standorten, die neu gebaut werden und die eine überdurchschnittliche Umsatzerwartung haben." Das Vorhaben, weg vom Billig-Discounter-Image zu kommen, hat der Konzern damit offensichtlich aufgegeben. 

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