Radikaler Sparkurs kostet Münchner Standbein

- München - "Bedeutende Strukturveränderungen des Konzerns stehen nicht auf der Tagesordnung." Für die rund 150 Münchner Mitarbeiter des Thomas Cook-Konzerns klingt diese Aussage vom Vorstandsvorsitzenden Wolfgang Beeser wie Hohn. Denn im Münchner Standbein, der Thomas Cook Reisen, sollen nur 15 Stellen in einem regionalen Vertriebscenter bleiben. 45 Stellen - knapp ein Drittel - werden gestrichen, der Rest bekommt ein Angebot zum Umzug in die Konzernzentrale in Oberursel bei Frankfurt.

Im Zuge des Sparkurses, den die neue Führungsriege dem kränkelnden Unternehmen verordnet hat, verlegt Thomas Cook seine Reise-Marke in die Firmenzentrale. Grund fürs Sparen: Der Umsatz des zweitgrößten deutschen Tourismuskonzerns ist 2003 im Vorjahresvergleich um 10,1 Prozent auf 7,2 Milliarden Euro zurückgegangen, das Unternehmen weist einen Verlust von 251 Millionen Euro aus. Beeser will den Konzern nun durch Kostenabbau aus dem Minus führen.<BR><BR>Das Damoklesschwert schwebe schon seit längerem über dem Münchner Standort, sagen Mitarbeiter. Der frühere Vorstand hatte den Standort noch mit Mitarbeitern aus Oberursel verstärkt. In gut informierten Kreisen heißt es, der Umzug laufe wohl Ende April oder im Mai ab. Ob die Mitarbeiter, denen der Umzug angeboten wird, das Angebot auch wahrnehmen können, steht auf einem anderen Blatt. Derzeit werde in Einzelgesprächen versucht, die 45 zu streichenden Stellen so zu verteilen, dass es nicht Umzugswillige treffe.<BR><BR>Beeser hat angekündigt, dass bis 2005 zehn Prozent der 5000 Stellen in Deutschland abgebaut werden. Bei Thomas Cook Airlines werde "jede einzelne Position im Flugbereich auf den Prüfstand gestellt". Die 48 Spitzenmanager des Konzerns sollen bis 2006 auf zehn Prozent ihres Gehalts verzichten.<BR>

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