Radio hören über Internet: Musik-Angebot fast ohne Grenzen

- Wenn es ums Musikhören geht, kennt das Internet keine Grenzen. Fast jede Radiostation der Welt bietet ihr Programm als kostenlosen Live-Stream (der Stream wird im Gegensatz zum Download nicht als Datei auf dem Computer gespeichert) an. Allein der Weg auf die Internetseite des betreffenden Senders genügt, um das aktuelle Programm auf dem Computer zu hören.

<P>Doch was interessieren den Benutzer Verkehrsfunk, Werbung und das Gebrabbel der Moderatoren? Aus diesem Grund haben sich Ende der 90er-Jahre ein paar findige Musikinteressierte mit der Idee des Internetradios (auch Webradio genannt) auseinander gesetzt. Ihr Gedanke: Für jede Musiksparte ein Kanal, den man kostenlos anhört. Egal ob Jazz, Klassik, Rap, Funk oder Rock, alle Geschmäcker werden befriedigt.<BR><BR>Die Anbieter</P><P>Deutschlandweit gibt es über 1000 Internetseiten, auf welchen Webradios betrieben werden. Wie viele es weltweit sind, darüber kann nur spekuliert werden. Es lässt sich, mit einem Blick auf die englischsprachige Seite www.shoutcast.com, allerdings erahnen, dass eine genaue Auflistung nicht mehr möglich sein wird. Allein dort sind über 10 000 verschiedene Stationen aufgeführt. Wer nur der deutschen Sprache mächtig ist, kann sich auf www.surfmusik.de informieren. Die Seite gibt einen Überblick über zirka 3000 Sender.<BR><BR>Wunschliste kostet</P><P>Auf der Seite www.staytuned.de hat man die Möglichkeit, sich Radiokanäle wie Jazz, Rock oder Charts zu streamen oder aber, und das ist bisher einzigartig in Deutschland, seine eigene Wunschliste aus über 200 000 aktuellen und älteren Titeln zusammenzustellen. Bis zum heutigen Tag befinden sich über 15 000 Alben im Angebot. Von diesen Alben kann der Kunde einzelne Titel (oder auch das ganze Album) auf seine eigene Playliste setzen und abspielen. Kauft man sich ein zusätzliches Kabel, so dröhnt der Sound auch aus der heimischen Stereoanlage. Bei einem Einjahresvertrag kostet dieser Service inklusive dem regulären Webradio 4,16 Euro pro Monat. Weltweit hat sich die Idee noch nicht durchgesetzt.<BR><BR>Rechtlich fragwürdig</P><P>Für das Betreiben eines Webradios benötigt man eine kostenpflichtige Lizenz. Diese wird von der GVL (Gesellschaft zur Verwertung von Leistungsschutzrechten) mit Sitz in Berlin vergeben. Deren Geschäftsführer Peter Zombick sagt: "Für das Webradio erhält staytuned eine Lizenz von uns, allerdings nicht für das radio-on-demand." Hierbei seien Exklusivrechte betroffen, für welche die GVL keine Lizenz vergeben kann. Rechte hierfür kann nach Ansicht von Zombick allein die betreffende Plattenfirma veräußern.<BR><BR>Ebenso sieht dies Albrecht Klutmann, Justiziar von Sony-BMG, der zweitgrößten Plattenfirma der Welt, die sich derzeit in einem Rechtsstreit mit besagter Firma befindet: "Was die Betreiber von staytuned hier veranstalten, ist nicht rechtens. Die Rechte für ein radio-on-demand mit Werken unserer Künstler können zwar bei Sony-BMG erworben werden, allerdings hat dies die betreffende Firma nicht getan." Ob tatsächlich Rechte der Künstler oder der Plattenfirma verletzt sind, wird nun vor Gericht geklärt.<BR><BR><BR></P>

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