Rätselraten um Mercedes-Chef Cordes

- Stuttgart - Nach dem überraschenden Führungswechsel an der Spitze des Autokonzerns DaimlerChrysler von Vorstandschef Jürgen Schrempp zum Chrysler-Sanierer Dieter Zetsche muss das Unternehmen möglicherweise eine weitere wichtige Personalie klären. Der Chef der Mercedes Car Group, Eckard Cordes (54), hat nach einem unbestätigten Bericht des Hamburger "manager magazins" angeblich seinen Rücktritt angeboten.

Cordes, dem auch gute Chancen für die Nachfolge von Konzernchef Jürgen Schrempp (60) nachgesagt wurden, glaube, nicht mehr das volle Vertrauen des Aufsichtsrates zu besitzen, schrieb das "manager magazin". Das Unternehmen wollte diesen Bericht nicht kommentieren. Cordes habe auf die Nachricht von der Berufung Zetsches "professionell" reagiert, hatte es geheißen. Er war am 1. Oktober 2004 als Nachfolger des langjährigen Mercedes-Chefs Jürgen Hubbert angetreten. Zetsche (52) soll Schrempp zum 1. Januar 2006 nachfolgen.

DaimlerChrysler hatte am Donnerstag auch Zahlen für das zweite Quartal vorgelegt, die besser ausgefallen waren als erwartet. Der operative Gewinn ging zwar wegen der milliardenteuren Sanierung bei smart um 20 Prozent auf 1,7 Milliarden Euro zurück, lag damit aber deutlich über den Erwartungen des Marktes. Die Mercedes Car Group, zu der smart gehört, erreichte mit einem operativen Ergebnis von 12 Millionen Euro die Gewinnzone. Im ersten Quartal hatte es wegen hoher Sanierungslasten für smart noch einen Verlust von knapp einer Milliarde Euro gegeben. Der Konzernüberschuss erreichte von April bis Juni 737 (577) Millionen Euro. Der Umsatz des viertgrößten Autobauers der Welt legte leicht von 37,07 auf 38,42 Milliarden Euro zu.

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