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Ralf Fleischer

Ankündigung des Vorstandschefs

Stadtsparkasse München will Filialen verändern

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München - Der Chef der Stadtsparkasse München, Ralf Fleischer, will das Konzept seiner Filialen verändern, weil immer mehr Kunden Online-Banking nutzen. Was er genau plant:

Mehr als die Hälfte der rund 800.000 Kunden der Stadtsparkasse München erledigen ihre Bankgeschäfte inzwischen auch online. Nun will Vorstandschef Ralf Fleischer reagieren. "Unser Geschäftsmodell ist die Nähe zum Kunden", sagte Fleischer in einem Interview mit dem Münchner Merkur. "Deshalb ist unser Filialnetz heilig." Ob man auch in zehn Jahren noch wie heute 80 Filialen haben werde, könne man heute noch nicht sagen. "Diese Entscheidung trifft allein der Kunde. Wenn er nicht mehr kommt, müssen wir uns irgendwann fragen, ob wir alle Standorte aufrecht erhalten können." Derzeit gebe es aber keine Pläne, Geschäftsstellen zu schließen.

Stattdessen will Fleischer das Konzept der Filialen verändern. "Ich möchte die Qualität der Beratung in den Filialen steigern. Bis zum Jahresende wollen wir ein entsprechendes Konzept beschließen", sagte er. "Die Vielfalt der Finanz-Produkte ist so groß, dass Kunden auch in Zukunft einen verlässlichen Berater brauchen, der ihnen durch diesen Dschungel hilft." Deshalb wolle er das Beratungsangebot in den Filialen aufwerten. "Die Filialen werden besser besetzt und auch die Ausbildung der Berater wird den neuen Bedürfnissen angepasst", kündigte Fleischer an. Zusätzliche Mitarbeiter werde man aber voraussichtlich nicht einstellen.

"Vorstandschefs im Verwaltungsrat nicht mehr zeitgemäß"

Fleischer begrüßte die geplante Änderung des Sparkassengesetzes, die vorsieht, dass die Vorstandschefs künftig nicht mehr auch im Verwaltungsrat ihrer Sparkassen sitzen sollen. "Ich halte die Praxis in Bayern nicht mehr für zeitgemäß, weil sie nicht den Grundsätzen der guten Unternehmensführung entspricht", sagte Fleischer. "Ich finde es richtig, wenn der Gesetzgeber das jetzt ändert."

Der Chef von Deutschlands fünftgrößter Sparkasse sprach sich zudem für eine deutliche Reduzierung der Zahl der Landesbanken in Deutschland aus. Er halte Vorschläge, die Zahl der Landesbanken von derzeit sieben auf zwei bis drei zu reduzieren "für realistisch". Die Stadtsparkasse München ist wie alle bayerischen Sparkassen Miteigentümerin der Bayerischen Landesbank.

Auf die BayernLB sieht Fleischer wegen des Streits mit der österreichischen HGAA schwere Zeiten zukommen. "Die Herausforderungen bleiben groß", sagte er. "Sollte es tatsächlich bei dem Schuldenschnitt der Österreicher bei der Hypo Group Alpe Adria bleiben, der die Landesbank mindestens 800 Millionen Euro kosten soll, würden die nächsten Jahre sicherlich hart werden. Ich hoffe, dass am Ende die Vernunft siegt."

Philipp Vetter

Das vollständige Interview mit Ralf Fleischer lesen Sie in der Wochenendausgabe des Münchner Merkur  oder ab Mitternacht im ePaper.

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