Rampls Team bittet um Geduld: Bank ist aber auf richtigem Weg

- München - Dieter Rampl und Wolfgang Sprißler demonstrierten Harmonie. Keine Rede von Missstimmigkeiten im Vorstand, über die in den vergangenen Wochen immer wieder spekuliert worden war. "Meine Vorstandskollegen genießen mein volles Vertrauen", betonte HypoVereinsbank-Chef Rampl und nannte namentlich neben seinem Finanzvorstand Sprißler auch Michael Mendel, der das Deutschland-Geschäft verantwortet. Vor allem um ihn hatten sich zuletzt Gerüchte gerankt: Er solle aus dem Vorstand ausscheiden oder zumindest in Teilen entmachtet werden. "Wir bleiben als Team zusammen", stellte Rampl klar.

<P>Sogar Namen für Mendels Nachfolge waren schon genannt worden. Die ehemalige Deutschland-Chefin der Citibank, Christine Licci, war als mögliche Chefin des Privatkundengeschäfts gehandelt worden. "Frau Licci ist eine profilierte Bankerin und sachkundige Gesprächspartnerin, mehr gibt es nicht zu sagen", so Rampl, der sich nach eigenen Angaben nicht erklären kann, aus welcher Ecke die jüngsten Störfeuer stammen könnten. Wahr sei, dass er sich persönlich davon getroffen fühle.</P><P>Lieber redet der HVB-Chef allemal über die Geschäftsentwicklung seines Hauses, auch wenn nicht alle gesteckten Ziele in diesem Jahr erreichbar seien. Man habe 2003 schließlich einen beispiellosen Konzernumbau hingelegt, der mit einer gewaltigen Kapitalerhöhung ihren Abschluss fand. Es könne nicht gelingen, ein Unternehmen in zwei oder drei Quartalen umzudrehen. Daher bat Rampl um etwas Geduld. </P><P>Allerdings sieht er die HypoVereinsbank auf dem richtigen Weg, man habe deutliche operative Fortschritte gemacht. Im zweiten Quartal des Jahres hat das zweitgrößte deutsche Kreditinstitut nach der Deutschen Bank den Gewinn auf 155 Millionen - auch durch Verkaufserlöse - fast verdreifacht. Aufs erste halbe Jahr gesehen betrug der Gewinn 208 Millionen Euro gegenüber einem Minus von - um Sondereffekte bereinigten - 20 Millionen Euro im Vorjahr. Der Zinsüberschuss im zweiten Quartal steigerte sich kräftig um gut 13 Prozent auf 1,45 Milliarden Euro gegenüber dem Vorquartal.</P><P>Für das Betriebsergebnis für das Gesamtjahr hatte sich die HypoVereinsbank eine Bandbreite von 1,4 bis 1,7 Milliarden Euro gesteckt. Zum Halbjahr lag der Zwischenstand bei 649 Millionen. Insgesamt werde das Ergebnis wohl am unteren Ende der Spanne liegen, kündigte Finanzchef Sprißler an. Nach unten korrigieren konnte man die fürs Gesamtjahr vorgesehene Risikovorsorge, und zwar von 1,94 auf 1,8 Milliarden Euro. Hier wirke sich die konjunkturelle Entspannung aus wie auch ein striktes Risikomanagement.</P><P>Ertragsschwach bleibt vorerst das Deutschland-Geschäft der Bank. Im zweiten Quartal fiel ein Verlust von 21 Millionen Euro an, nachdem im ersten Quartal durch Sondereffekte mit 79 Millionen Euro ein Gewinn zu Buche stand. Im Gesamtjahr sollen hier aber wieder schwarze Zahlen stehen. Dabei setzt die HVB auf neue Produkte und neue Kunden. Gut entwickelt habe sich da zum Beispiel die Kooperation mit dem FC Bayern. Bislang habe man 41 000 Bayern-Sparkarten verkauft, 40 Prozent davon an Neukunden, freute sich Rampl.</P>

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