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Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer (CSU)

Ramsauer hofft auf Streikverzicht bei Lufthansa

Frankfurt/Main - Die Kritik am geplanten Streik der Lufthansa-Piloten wächst: Verkehrsminister Peter Ramsauer forderte, den Streik in letzter Minute auf dem Verhandlungsweg zu verhindern.

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Arbeitgeberpräsident Dieter Hundt sprach von einem “Irrweg“ und rief dazu auf, an den Verhandlungstisch zurückzukehren. Die Pilotenvereinigung Cockpit (VC) hatte für Montag bis Donnerstag mehr als 4000 Kapitäne und Co-Piloten zum Streik aufgerufen. Dies wäre der größte Ausstand in der Geschichte der Fluglinie. Statt täglich insgesamt 1800 Flügen heben nach Planung des Unternehmens von Montag bis Donnerstag jeweils nur rund 1000 Flieger ab. Damit fallen in den vier Tagen insgesamt rund 3200 Flüge aus.

In dem Konflikt geht es um Gehaltsforderungen, Arbeitsplatzsicherung und den Einfluss der Gewerkschaft auf die Konzernpolitik. “Ein vernünftiger Kompromiss muss her“, sagte Ramsauer der “Bild am Sonntag“: “Ich appelliere deshalb eindringlich an die Vernunft der Verhandlungsführer von Lufthansa und Vereinigung Cockpit, noch vor Streikbeginn an den Verhandlungstisch zurückzukehren. Keiner darf mit seinen Forderungen abheben.“

Hundt nannte den Streik in der “Welt am Sonntag“ einen unzulässigen Eingriff in die Unternehmerfreiheit mit Konsequenzen weit über die Lufthansa hinaus. “Ich fordere die Vereinigung Cockpit auf, ihren gefährlichen Irrweg zu verlassen und sofort an den Verhandlungstisch zurückzukehren“, sagte er der Zeitung. Ein Cockpit-Sprecher sagte, derzeit gebe es keine Gespräche mit der Lufthansa. Ein erneuter Versuch für ein Spitzengespräch zwischen Lufthansa und der Vereinigung Cockpit war zuvor gescheitert.

Lufthansa habe konstruktive Vorschläge gemacht, um eine Einigung im Tarifkonflikt herbeizuführen, erklärte Konzernsprecher Andreas Bartels: “Wir sind auf die Vereinigung Cockpit zugegangen.“ Die Gewerkschaft habe das Angebot aber nicht angenommen. VC-Sprecher Alexander Gerhard-Madjidi verteidigte den Arbeitskampf als verhältnismäßig: “Das ist alles juristisch überprüft. Wir wollen ein Zeichen setzen und zügig zu einer Lösung kommen.“ Die Vorbereitungen der Fluggesellschaft, der Flughäfen und auch der Konkurrenten auf die Streiktage liefen bundesweit auf Hochtouren.

Die Bahn stellt sich auf volle Züge auf den Hauptstrecken ein, während Autovermieter ihre Flotten auf die Flughäfen konzentrierten.

Auch Lufthansa-Konkurrenten wie Ryanair oder Air Berlin warben um Umsteiger. Der Streit dreht sich nach Angaben der Gewerkschaft vor allem um die Arbeitsplatzsicherheit der rund 4500 Piloten, die in den Geltungsbereich des Konzerntarifvertrags fallen. Sie verlangen einen vertraglichen Schutz vor der Verlagerung von Flügen in kostengünstigere Tochterfirmen des Konzerns.

Die Lufthansa sieht darin einen Eingriff in ihre unternehmerische Freiheit und will nur über Jobgarantien für die bereits beschäftigten Piloten verhandeln. Die Lufthansa bot den Kunden kulante Umbuchungsmöglichkeiten an. Die ebenfalls bestreikte Tochtergesellschaft Germanwings hat bereits angekündigt, an den vier Streiktagen rund 400 ihrer 600 geplanten Flüge zu absolvieren. Die Lufthansa will ihre Piloten aus dem Management einsetzen und wahrscheinlich in erster Linie die lukrativen Überseeverbindungen aufrechterhalten.

dpa 

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