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Aktuell gebe es im Handel, der Industrie und im Gesundheits- und Sozialwesen die meisten freien Stellen, berichtet die Bundesagentur. Foto: Sebastian Gollnow

Zuversicht überwiegt

Job-Boom auf hohem Niveau stabil

Selbst Fachleute waren über den andauernden Job-Boom überrascht. Jetzt scheint die stürmische Aufschwungsphase zu Ende zu gehen. Zumindest der Stellenzuwachs ist erst mal zum Stillstand gekommen. Und auch die Arbeitslosigkeit dürfte nicht mehr so stark sinken.

Nürnberg (dpa) - Der deutsche Job-Boom scheint sich nach einer stürmischen Aufschwungsphase auf hohem Niveau zu stabilisieren. Darauf deutet unter anderem die aktuelle Arbeitskräftenachfrage hin.

Im Februar habe sich die Zahl der offenen Stellen nur noch auf dem Niveau des Vormonats bewegt, nachdem sie im Januar bereits leicht gesunken war, teilte die Bundesagentur für Arbeit (BA) am Dienstag bei der Veröffentlichung ihres Stellenindex BA-X mit. Der entsprechende Wert verharrte im Februar bei 252 Punkten.

Stellenzuwächse im Vergleich zum Vorjahr meldeten nach BA-Angaben vor allem die Industrie, die Informations- und Kommunikationsbranche sowie Verkehrsunternehmen und außerdem Speditionen und Kurierdienste an. Aktuell gebe es im Handel, der Industrie und im Gesundheits- und Sozialwesen die meisten freien Stellen. Jeder dritte freie Job stamme von Zeitarbeitsunternehmen. Die offiziellen Arbeitslosenzahlen will die Bundesagentur an diesem Mittwoch veröffentlichen.

Experten zeigen sich trotz der ersten Hinweise auf eine künftig verhaltenere Entwicklung auf dem Arbeitsmarkt dennoch zuversichtlich. Sie unterscheiden sich lediglich in Grad ihres Optimismus.

So rechnet etwa der Ifo-Arbeitsmarktexperte Felix Schröter 2018 mit einem Rückgang der durchschnittlichen Jahresarbeitslosigkeit um bis zu 200 000 auf rund 2,3 Millionen, während andere allenfalls einen Rückgang von 100 000 für realistisch halten. Aber selbst Schröter geht wie andere seiner Kollegen davon aus, dass die Dynamik auf dem Arbeitsmarkt im Laufe des Jahres nachlassen wird.

Unterdessen dürfte nach Einschätzung der Experten das frostige Winterwetter die Arbeitsmarktentwicklung im Februar gedämpft haben. Die Fachleute rechnen lediglich mit einem Rückgang der Erwerbslosigkeit um rund 15 000 auf 2,555 Millionen, wie eine Umfrage der Deutschen Presse-Agentur ergeben hatte.

Das wären gut 200 000 weniger als vor einem Jahr. Einen größeren Rückgang verhindere der im Winter übliche Job-Abbau in den Außenberufen, etwa auf dem Bau, in Gärtnereien und der Landwirtschaft. Dass er dieses Jahr nicht stärker ausfalle, liege am weitgehend schneefreien Winterwetter.

Getragen wird der Jobaufschwung nach Einschätzung der Experten von einer weiter rund laufenden Konjunktur. Die sei wie erwartet stark ins Jahr 2018 gestartet. Die Zeichen stünden weiter auf Wachstum. Das dürfte nach den bisherigen Vorzeichen mit einem um mehr als zwei Prozent steigenden Bruttoinlandsprodukt (BIP) mindestens so groß ausfallen wie 2017.

Der Arbeitsmarkt im Januar

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