ADAC-Test

Raststätten zu teuer - aber meist gut

München - Die beste deutsche Autobahn-Raststätte ist Irschenberg. Doch auch sie lässt bei den kritischen Testern vom ADAC noch Wünsche offen.

Für viele ist hier nach dem Anstieg aus dem Mangfalltal der letzte Halt vor der österreichischen Grenze. Es lohnt sich aber wohl auch aus kulinarischen Gründen, an der Raststätte Irschenberg einzukehren. Ihre Gastronomie hat im jüngsten ADAC- Test als einzige deutsche Raststätte die Note „sehr gut“ erhalten. Auch insgesamt, erwies sich Irschenberg als der deutsche Primus und die Nummer 3 in Europa. Er könnte noch besser sein, wäre nicht die Note mangelhaft bei den Preisen. Besonders ärgerte die Tester bei allen deutschen Raststätten die Toilettengebühren. „Als einziges Land in Europa kassieren die deutschen Raststätten ihre Besucher für die Nutzung der Toiletten ab, ohne den gezahlten Betrag bei einem Verzehr komplett anzurechnen“, kritisiert der ADAC. „Die guten Hygienewerte der Nachbarn in Österreich und der Schweiz sprechen dafür, dass einwandfrei sauber auch kostenlos geht.“

Das können Autofahrer, die bei Salzburg die Grenze passieren und dann nach Süden schwenken, ein paar Stunden später selbst erkunden. Denn die Raststätte Wörthersee an der A2, schlägt Irschenberg sowohl bei den Außenanlagen als auch beim Service. Die Tester gerieten ins Schwärmen: „Der attraktive Kinderspielplatz im Außenbereich sicher vom Verkehr abgegrenzt, innen eine Kinderspielecke sowie Massagesessel, Billard und Kaminecke, die Toiletten inklusive separater Behinderten-Toilette nicht nur optisch blitzblank, sondern auch hygienisch einwandfrei, der Baby-Wickelraum mit Papierrolle, Heizstrahler und Desinfektionsmittel ausgestattet, der Shop gut sortiert.“ Bei beiden Tests habe es den Experten geschmeckt und das Personal sei freundlich und hilfsbereit gewesen. „So wird man Klassenbester.“ Nur zwei Kritikpunkte. „Eine noch bessere Note verhinderten fehlende Fußwege auf der Anlage und das hohe Preisniveau.“

Nun geht die Tour weiter nach Süden und Osten, vorbei an (durchweg guten) Raststätten in Slowenien und Kroatien. Einige Kilometer vor Belgrad liegt die Raststätte Ruma, für die die Tester keine lobenden Worte fanden: „Die Raststätte musste bei der Verkehrsgestaltung, der Familienfreundlichkeit und den Sanitäranlagen ein glattes ,sehr mangelhaft‘ hinnehmen.“ Neben einer Kinderspielecke im Innenbereich, einem Baby-Wickeltisch und einem Kinderstühlchen im Restaurant vermissten die Experten hier sogar einen Behinderten-Parkplatz und eine Behinderten-Toilette. „Schmutzige und stinkende Toiletten sowie zumindest beim zweiten Test zu wenig und obendrein unfreundliches Personal verstärkten den negativen Eindruck.“

Mittelmäßig schnitten die Raststätten in Spanien, Frankreich und Italien ab. Wer in Deutschland sparen will, kann auf die – meist günstigeren – Autohöfe ausweichen, die aber bei Familienfreundlichkeit und Verkehrsgestaltung schlechte Noten bekamen. Der strenge Prüfer ADAC benotete nicht nur, er wies den Prüflingen auch einen Weg zu besseren Leistungen: „Verbesserung der Angebote für Familien, der Barrierefreiheit und der Fußgängersicherheit sowie eine moderate Preisgestaltung“, lauten die Hausaufgaben.

Von Martin Prem

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