Ratingagentur Fitch droht Niederlanden

London - Die Ratingagentur Fitch hat den Niederlanden mit der Aberkennung ihrer Topbonität gedroht. Die Kreditwürdigkeit der fünftgrößten Volkswirtschaft der Eurozone werde aber zunächst weiter mit der Bestnote „AAA“ bewertet.

Das teilte Fitch am Dienstag in London mit. Der Ausblick für das Rating wurde jedoch von bisher „stabil“ auf „negativ“ gesenkt. Die Gründe für die Entscheidung waren laut Fitch der schwache Häusermarkt und die Probleme im Bankensektor.

Die niederländische Wirtschaft habe eine Reihe von Schocks erlitten, schreibt die Ratingagentur. Die Hauspreise seien noch stärker als erwartet gefallen. Dies belaste stark den privaten Konsum und das Verbrauchervertrauen. Die Verschuldung der privaten Haushalte sei mit 130 Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP) eine der höchsten in der Eurozone.

Nach der Verstaatlichung der SNS Bank gebe es weithin Risiken im Bankensektor. Drei der vier größten niederländischen Banken hätten ernsthafte wirtschaftliche Probleme und bräuchten seit dem Jahr 2008 Hilfe von außen. Allerdings sei die Verstaatlichung der SNS Bank alleine kein Grund, um die Bonitätsnote zu senken.

Fitch verweist darauf, dass der zu erwartende Schuldenstand des Staates - von in der Spitze bis 77 Prozent des Bruttoinlandsproduktes (BIP) - im Vergleich zu anderen Ländern mit der Bestnote „AAA“ relativ hoch sei. Dies reduziere den Spielraum für die Haushaltspolitik. Zudem habe sich die Konjunktur schlechter entwickelt als zuvor von Fitch erwartet.

Insgesamt haben bei Fitch sechs Länder der Eurozone noch die Bestnote. Dies sind neben den Niederlanden, Deutschland, Frankreich, Finnland, Luxemburg und Österreich.

dpa

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