Ratingagentur: PC war schuld an Herabstufung Frankreichs

Brüssel - Die versehentliche Bonitäts-Herabstufung Frankreichs war nach Angaben der US-Ratingagentur Standard & Poor's ein Computerfehler. Wie dieser angeblich zustande gekommen sein soll:

Bei Änderungen zur Bewertung der Bankensektoren verschiedener Länder seien die Daten für Frankreich vom System falsch interpretiert worden, ließ S&P laut Medienberichten mitteilen. Der Computer habe dann eigenständig E-Mails an Abonnenten versandt, in denen die Herabstufung des Länderratings von Frankreich vermeldet wurde.

Kurz darauf hatte die Ratingagentur am Donnerstagabend mitgeteilt, dass es sich um einen Fehler handelte und Frankreich seine Top-Bewertung “AAA“ behalte. EU-Kommissar Michel Barnier sprach am Freitag von einem “schwerwiegenden Vorfall“ und drohte mit Sanktionen. Die Aufsichtsbehörden sollten die Panne untersuchen.

Am Dienstag (15.11.) will der Binnenmarktkommissar neue Vorgaben für die seit der Finanzkrise 2008 in der Kritik stehenden US-Ratingagenturen vorstellen. Sie sehen unter anderem vor, ihnen vorübergehend die Veröffentlichung der Benotung von Euro-Krisenstaaten zu verbieten.

Eine tatsächliche Herabstufung der Kreditwürdigkeit Frankreichs hätte nach Einschätzung von Finanzexperten Auswirkungen auf den Euro-Rettungsfonds EFSF, der dann wahrscheinlich höhere Zinsen zahlen müsste, um Krisenländer unterstützen zu können. Die Euro-Schuldenkrise würde sich dadurch verschärfen.

dpa

Rubriklistenbild: © dpa (Symbolbild)

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Brüssel prüft Monsanto-Übernahme durch Bayer genauer
Die EU-Kommission will die Risiken des Zusammenschlusses für den Wettbewerb in der Agrarchemie genauer unter die Lupe nehmen. Bayer reagiert darauf gelassen. Der Konzern …
Brüssel prüft Monsanto-Übernahme durch Bayer genauer
Rheintalbahn soll am 7. Oktober wieder freigegeben werden
Alles dauert viel länger als zunächst gedacht. Erst am 7. Oktober sollen wieder Züge auf der europäischen Hauptachse Rheintalbahn fahren. Bis dahin muss das Notkonzept …
Rheintalbahn soll am 7. Oktober wieder freigegeben werden
Merkel will Spiele-Entwickler mit mehr Geld fördern
Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat bei der Eröffnung der Computerspielemesse Gamescom der Branche eine stärkere staatliche Förderung in Aussicht gestellt.
Merkel will Spiele-Entwickler mit mehr Geld fördern
Bei mehr als 60 Euro Gebühren fürs Konto die Notbremse ziehen
Die Experten von Finanztest nahmen 231 Gehalts- und Girokonten von 104 Banken unter die Lupe. Einige Geldinstitute zocken bei den Gebühren so richtig ab. Dann ist die …
Bei mehr als 60 Euro Gebühren fürs Konto die Notbremse ziehen

Kommentare