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Die Wirtschaft in Spanien gerät unter Druck.

Ratingagentur stuft Spanien herab

London/Madrid - Die Ratingagentur Fitch hat die Kreditwürdigkeit von Spanien herabgestuft. Das beudeutet, dass Kreditnehmer höhere Zinsen zahlen müssen.

Die Ratingagentur Fitch hat Spaniens Kreditwürdigkeit herabgestuft. Zur Begründung erklärte das Unternehmen am Freitag in London, die Sparanstrengungen der spanischen Regierung zur Senkung des Haushaltsdefizits würden das Wirtschaftswachstum in den kommenden Monaten belasten.

Die Einstufung von Ratingagenturen entscheidet darüber, zu welchen Konditionen Konzerne, Banken und auch Länder auf den Kapitalmärkten Geld leihen können - je besser das Rating, desto niedriger die Zinsen. Eine Herabstufung, wie sie seit einiger Zeit bei Griechenland stattgefunden und jetzt bei Spanien für Aufsehen sorgt, bedeutet für den Kreditnehmer höhere Zinsen. Spaniens Rating wurde von AAA auf AA plus zurückgenommen. 

In Schulnoten ausgedrückt hat Spanien nun keine 1 mehr, sondern eine 2 plus. Zum Vergleich: Deutschland hat das beste Rating (AAA). Das spanische Parlament hatte am Donnerstag mit nur einer Stimme Mehrheit den Sparplänen der Regierung zugestimmt.

Im Kampf gegen das Haushaltsdefizit sollen vor allem Gehälter im öffentlichen Dienst gekürzt werden. Die EU und internationale Finanzinstitutionen haben das angekündigte Sparprogramm gelobt. Die Herabstufung durch Finch spiegelt aber auf der anderen Seite die Besorgnis von Ökonomen wider, dass Ausgabenkürzungen zur Haushaltssanierung gleichzeitig das Wachstum hemmen. Ein geringeres Wachstum wiederum führt zu niedrigeren Steuereinnahmen.

Das in den vergangenen Jahren erfolgsverwöhnte Spanien wurde von der Wirtschaftskrise besonders hart erwischt, weil ähnlich wie in den USA eine Immobilienblase platzte. 2009 stieg die Neuverschuldung auf 11,2 Prozent. Die Gesamtverschuldung lag mit 53,2 Prozent aber weit unter dem EU-Durchschnitt. Die Arbeitslosenquote liegt aktuell bei rund 20 Prozent.

dapd

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