Ratingagentur warnt vor weiterer Herabstufung der USA

Washington/Dubai - Mehr schlechte Nachrichten für die Finanzmärkte: Die Ratingagentur Standard & Poor's warnt davor, dass die Bonität der USA weiter herabgestuft werden könnte. Unterdessen rutschen die Börsen im Nahen Osten ins Minus.

Die Ratingagentur Standard & Poor's hält es für möglich, dass es Jahre dauert, bis die USA ihre Topbonität zurückerhalten. Geschäftsführer John Chambers warnte am Sonntag zugleich, dass die US-Kreditwürdigkeit ein weiteres Mal heruntergestuft werden könnte, sollte sich die Finanzlage des Landes weiter verschlechtern. Die Chancen für einen solchen Schritt bezifferte er mit 1:3.

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“Wenn sich die fiskale Lage der USA weiter verschlechtert oder sich der politische Stillstand weiter verfestigt, dann könnte das zur Herabstufung führen“, sagte Chambers dem Sender ABC. DieAgentur hatte den USA am Freitag das bisherige AAA-Rating aberkannt und benotet ihre Bonität nunmehr leglich mit einem AA+. Chambers sagte, die Geschichte lehre, dass es bis zu einer Wiederhochstufung der USA eine ganze Weile dauern könne. Als Beispiel nannte er Länder, die darauf bis zu 18 Jahre lang hätten warten müssen. “Der politische Stillstand in Washington führt uns zur Schlussfolgerung, dass die politischen Macher nicht die Fähigkeit besitzen, die öffentlichen Finanzen der USA auf eine zukunftsfähige Basis zu stellen.“

Börsen im Nahen Osten rutschen ins Minus

Nach der Herabstufung der US-Bonität durch die Ratingagentur Standard & Poor's sind am Sonntag die Börsenkurse im Nahen Osten ins Minus gerutscht. Der ägyptische Leitindex EGX30 verlor über vier Prozent und auch in der Golfregion gaben die Märkte deutlich nach.

Nach Verlusten von über sechs Prozent im vorbörslichen Handel verschob die Börse in Tel Aviv den Handelsbeginn um 45 Minuten. “So haben die Marktakteure Zeit, logisch und ohne Druck zu reagieren“, sagte Börsensprecherin Idit Jaaron. Dennoch fiel der israelische Leitindex TA-25 um sieben Prozent und schloss bei 1.074 Punkten.

Obamas Chefberater: Tea Party verantwortlich für Herabstufung

Die ultrakonservative Tea Party-Bewegung trägt nach Auffassung des Chefberaters von US-Präsident Barack Obama die Schuld an der Herabstufung der Kreditwürdigkeit der USA durch die Ratingagentur Standard & Poor's (S&P). Der wochenlange Streit zwischen Demokraten und Republikanern um die Anhebung der Schuldenobergrenze habe zu der Aberkennung der Bestnote geführt, sagte David Axelrod am Sonntag in der CBS-Sendung “Face the Nation“.

Axelrod nannte den Schritt von S&P eine “Tea Party-Herabstufung“. Verantwortlich dafür seien Abgeordnete, die die Zahlungsunfähigkeit der USA in Kauf genommen hätten, um ihren Willen durchzusetzen.

dpa/dapd

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