Rational unter Dampf: Jeder Mitarbeiter bringt 73 000 Euro Gewinn

- München - Vom "kulinarischen Urknall" schrieb das Fachblatt "Le Chef". Eine Art Urknall hat das neue "Self-Cooking-Center" der Landsberger Rational AG auch für das Unternehmen ausgelöst: Der Umsatz kletterte um 19 % auf 222 Millionen Euro, der Vorsteuergewinn (EBIT) um 27 % auf 53,6 Millionen. Den Aktionären wurde eine Sonderdividende angekündigt.

"Das ist wie der PC für die Schreibmaschine", erklärt Technik-Vorstand Peter Wiedemann die Neuerung. Köche "müssen nur noch wissen, was sie machen oder wie sie es haben wollen", ergänzt Vorstandschef Günter Blaschke. Den Rest macht das Gerät. Damit sei Rational technologisch der Konkurrenz enteilt, was rund 200 Patente absichern.<BR><BR>"Die Branche hat einen negativen Trend verzeichnet", sagt Blaschke. "Wir haben nicht ins Klagelied eingestimmt, sondern uns auf unsere Stärken konzentriert." Die sind kein Betriebsgeheimnis. "Wir sind Problemlöser für unsere Kunden", sagt Blaschke, "wir tun sonst eigentlich nichts." Eine recht bescheidene Selbsteinschätzung für ein Unternehmen, das auf seinem Gebiet gerade 50 Prozent Weltmarktanteil übersprungen hat. Weniger bescheiden der eigene Anspruch: "Wir sind in der Lage, Weltmeisterleistungen zu erbringen." Das hat mit dem Verhältnis des Unternehmens mit der Belegschaft zu tun. Von "Sportsgeist" spricht Finanzvorstand Erich Baumgärtner. <BR><BR>"Unternehmensqualität ist Mitarbeiterqualität", sagt er. Die Einsatzbereitschaft der 742 Mitarbeiter ermöglichte es im Juni 2004 schon zwei Monate nach der Einführung der neuen Gerätegeneration, den eigenen Produktionsrekord von 2352 mit 2855 zu schlagen. Im Juli setzte Rational noch eins drauf: 3239 Geräte. Man kann Einsatz auch in Zahlen ausdrücken. Jeder Mitarbeiter trägt im Schnitt 299 000 Euro zum Umsatz bei oder angesichts der EBIT-Marge von 24,4 % fast 73 000 Euro zum Vorsteuergewinn. "Man kann auch in Deutschland profitabel produzieren", sagt Wiedemann. Und dennoch gut zahlen. Mit Erfolgsbeteiligung kamen die Mitarbeiter auf 14,7 Monatsgehälter. Rational denkt an den Aufbau einer Produktion in den USA. Doch nicht aus Kostengründen. Bei einem Marktanteil wie in Europa könnte Rational, so Blaschke, "in den USA unsere derzeitige Unternehmensgröße drauflegen". Um 43 Prozent ist der Rational-Umsatz dort 2004 gewachsen.<BR><BR>10 Prozent Plus beim Umsatz und 12 beim Gewinn erwartet der Vorstand für 2005. Risiken? Blasche überlegt kurz. "Eigentlich keine", antwortet er dann. "Außer alles brennt ab."<BR>

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