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Raubkopier-Netz verkaufte Top-Filme schon vor Start

- München - Mit einer gewaltigen Razzia haben Polizei und Staatsanwaltschaft der kommerziellen deutschen Raubkopierszene das Rückgrat gebrochen: 800 Wohnungen und Firmenräume wurden deutschlandweit durchsucht, darunter viele im Raum München, 2000 Computeranlagen und 40 000 Datenträger wurden beschlagnahmt. Mehrere der rund 140 aufgeflogenen Raubkopierer sind in Haft.

<P>Den Aktionen, die Mitte der Woche begannen, ging zweijährige Detektivarbeit der Gesellschaft zur Verfolgung von Urheberrechtsverletzungen (GVU) voraus. GVU-Geschäftsführer Jochen Tielke, ein ehemaliger Kriminalbeamter, und seine Mitarbeiter haben im Detail ermittelt, wie illegale deutsche Fassungen von insgesamt 500 Filmen. "Herr der Ringe," "Findet Nemo", "Die Passion Christi" oder "Im Dutzend billiger" bereits vor deren offiziellen Starts massenhaft auf den Schwarzmarkt gelangten.<BR><BR>Die Täter sind zum Großteil Anfang 30 und gehören zur ersten Generation der "Computerkids", wie Tielke gegenüber unserer Zeitung sagte. Sie hätten mit "großer krimineller Energie" die Herstellung und den schneeballartigen Vertrieb von Filmen und Computerspielen organisiert.<BR><BR> Am leichtesten kommt man an den Film: Den kann man offiziell in den USA kaufen. <BR><BR> Die deutsche Tonspur kursiert bereits Wochen vor Verkauf und wird bei zahlreichen "Preview"-Veranstaltungen gezeigt. Man schmiert einen Vorführer oder Transportfahrer und kommt so an eine hochwertige Tonspur. Notfalls nimmt man selbst bei einer Vorführung auf, was aber zu Qualitätseinbußen führt.<BR><BR> Der fertige Film wird auf Server geladen. Um Geld zu sparen, verwenden die Filmpiraten nicht nur eigene Rechner. Sie hacken sich in einen schlecht geschützten Firmenserver ein und funktionieren diesen um: Hat man das geschafft, kann man ganz leicht ein verstecktes Speichernest einrichten, in dem die Daten von Filmen oder von Videospielen "lagern". Gekapert wurden 619 Server in Deutschland, darunter die eines großen Telekommunikationsfirma und der Universität Bremen. Insgesamt ging es um 38 Terabyte Daten (das entspricht der Speicherkapazität von 800 PCs).<BR><BR> Hier beginnt das Geldverdienen: Die Server für den "Download" erreicht nur noch, wer zahlt. Das ist auch für die Kunden lukrativ. Diese holen sich Filme nicht zum Eigengebrauch; sie brennen sie massenhaft auf Datenträger und vermarkten sie dann. Auch diese nächste Stufe des kriminellen Netzwerks ist nun aufgeflogen. Etwa die Gruppe um Hans Jörg H. (42) aus Gelsenkirchen. Sie kopierte auf einer Kopierstraße mit 24 Hochgeschwindigkeitsbrennern DVDs, die zu festen Verkaufszeiten an Händler für Flohmärkte oder Schulhöfe ausgeliefert wurden. Um sich vor Strafverfolgung zu schützen hat Hans Jörg H. einen Sicherheitsdienst aufgebaut.<BR><BR> Andere Gruppen betrieben mit den geknackten Daten eigene Tauschbörsen für zahlende Mitglieder. <BR><BR>Bundeskriminalamt und Polizei haben bei den Beschuldigten nicht nur deren Computer und Datenträger mitgenommen, sondern alle greifbaren Wertsachen. Allein das Bayerische Landeskriminalamt hat den Gegenwert von 84 000 Euro zur Gewinnabschöpfung beschlagnahmt.</P><P><BR>GVU-Chef Tielke sieht nun dem Schwarzhandel mit Raubkopien den Boden entzogen. Die schneeballartige Verbreitung sei unterbunden. </P>

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