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Der Melder gehört an die Zimmerdecke.

Brandschutz

Lebensretter an der Decke

Bei einem Wohnungsbrand entscheiden nur wenige Minuten über Leben und Tod. Den meisten Opfern wird dabei der starke Qualm zum Verhängnis. Ein Rauchmelder kann Leben retten. Gesetzlich vorgeschrieben ist er in privaten Haushalten aber nicht.

Jedes Jahr sterben mehrere hundert Menschen bei Wohnungsbränden. Dabei sind es nicht die Flammen, die töten, sondern die Rauchgase, die bereits von einem kleinen Schwelbrand aufsteigen. Das Heimtückische daran: Kohlendioxid und Kohlenmonoxid sind nahezu geruchslos. Bricht ein Brand in der Nacht aus, werden die Bewohner meist nicht wach, sondern bewusstlos, wenn sie den Qualm einatmen, und haben so keine Chance, zu flüchten. Ein Rauchmelder kann dies verhindern. Er ist nicht größer als eine Untertasse, aber er schlägt bei Qualm lautstark Alarm.

Einige Bundesländer haben deshalb eine Rauchmelderpflicht in ihre Bauordnung geschrieben. Nicht aber Bayern. „Rauchmelder sind empfehlenswert und sinnvoll“, erklärt ein Ministeriums-Sprecher. Eine gesetzliche Vorschrift wolle man dennoch nicht erlassen. Man setze vielmehr auf die Selbstverantwortung der Verbraucher.

Es kann allerdings sein, dass ein Brandschutzgutachter festlegt, dass in einem bestimmten Objekt gesonderte Präventionsmaßnahmen getroffen werden müssen, sagt Lutz Heese, Präsident der Bayerischen Architektenkammer. Das hänge immer vom Einzelfall ab. „Rauchmelder werden dann gerne genommen, weil sie kostengünstig sind und im Gegensatz zu einer Sprinkleranlage beim Einsatz nichts zerstören“, erklärt Heese.

Die Hausherren müssen sich folglich um die Piepser unter der Decke kümmern (siehe Kasten). „Hat ein Vermieter einen Rauchmelder installiert, ist er für die Instandhaltung verantwortlich“, erklärt Beatrix Zurek, Vorsitzende des Mietervereins München. Außer die Wartungsfrage ist vertraglich anders geregelt. Sollte aber der Vermieter das Gerät nicht ordnungsgemäß warten und es passiert ein Unglück, könnte man ihn durchaus wegen Verletzung der Sorgfaltspflicht belangen, meint die Anwältin. Generell wird aber in Bundesländern ohne Rauchmelderpflicht „die Haftungsfrage abhängig vom einzelnen Schadensfall und den individuellen Versicherungsbedingungen geklärt“, erklärt Anne Kronzucker von der Rechtsschutzversicherung D.A.S. Keine gängige Praxis seien beitragssenkende Rauchmelder-Klauseln im Vertrag für Wohngebäude-Policen. „Ein Rauchmelder rettet Leben, aber schützt nicht das Gebäude“, heißt es in Versicherer-Kreisen. Auch wenn ein Brand frühzeitig entdeckt wird, bleiben die Kosten für die Versicherer hoch.

Stefanie Backs

Rauchmelder mögen weder Farbe noch Spinnweben

Folgende Punkte sind bei Kauf, Installation und Wartung von Rauchmeldern zu beachten: -Kaufen Sie nur Rauchmelder, die mit CE-und VdS-Zeichen inkl. Prüfnummer und der Angabe „EN 14604“ versehen sind. Die DIN-Norm legt fest, dass der Alarmton mindestens 85 Dezibel beträgt und das Gerät mindestens 30 Tage bevor die Batterie ausgetauscht werden muss, ein wiederkehrendes Warnsignal sendet. Außerdem muss das Gerät über einen Testknopf zur Funktionsüberprüfung verfügen, ebenso wie über ein Schutzgitter um Schmutz und Insekten abzuhalten.

-Um den jährlichen Batterieaustausch zu vermeiden, empfiehlt das Forum Brandrauchprävention Rauchmelder, die über eine Batterie mit einer Lebensdauer von zehn Jahren verfügen. Nach zehn Jahren sollte das Gerät ohnehin ausgetauscht werden.

-Laut Angaben der Münchner Feuerwehr gibt es Rauchmelder ab etwa 25 Euro. Teurer sind Geräte mit Funkmelder (rund 100 Euro), mit dem mehrere Geräte gekoppelt werden können. Bei einem Brand wird so überall Alarm ausgelöst. So bekommen Eltern im Schlafzimmer mit, wenn der Rauchmelder im Kinderzimmer Alarm schlägt. Eine solche Anlage sollte allerdings ein Fachmann installieren.

-Befestigen Sie Rauchmelder immer an der Zimmerdecke, da der Rauch nach oben steigt. Der richtige Platz an der Decke ist die Raummitte, wobei ein Mindestabstand von 50 cm von den Wänden eingehalten werden muss. Der Rauchmelder muss dabei immer in waagrechter Position (auch bei Dachschrägen) angebracht werden.

-Platzieren Sie das Gerät nicht in der Nähe von Luftschächten und nicht in starker Zugluft. Auch in Räumen, in denen normalerweise starker Dampf, Staub oder Rauch entsteht, sind Rauchmelder fehl am Platz, ebenso in der Küche über der Kochstelle. Qualitativ gute Rauchmelder lösen bei geringer Rauchmenge, zum Beispiel von Zigarettenqualm, übrigens keinen Alarm aus. Außer man hält die Zigarette direkt unter den Melder.

-Wer bereits einen Rauchmelder installiert hat und die Decke streichen möchte, sollte das Gerät abmontieren oder gut schützen. Wird der Melder mit Farbe angestrichen, besteht die Gefahr, dass nicht mehr ausreichend Rauch durch die Lüftungsschlitze gelangt und das Gerät nicht zuverlässig funktioniert.

-Die sogenannten Raucheintritsöffnungen müssen immer frei sein und sollten auch regelmäßig kontrolliert werden. Hat sich eine Spinne dort eingenistet, sollten Sie das Netz entfernen. -Für Gehörlose gibt es spezielle Rauchmelder, die einen hellen Lichtblitz senden und einen Vibrationsalarm fürs Bett haben.

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