Razzia bei der BayernLB

München - Die Münchner Staatsanwaltschaft hat am Mittwoch weitere Unterlagen in der BayernLB sicherstellen lassen. Es geht nach Angaben der Behörde um Ermittlungen wegen des Verdachts der Untreue.

Es bestehe der Verdacht, dass Bankmitarbeiter im Wertpapierhandel jahrelang und systematisch zu hohe Risiken eingegangen seien und Verluste billigend in Kauf genommen hätten, sagte Oberstaatsanwältin Barbara Stockinger. Bei den Ermittlungen gehe es um “pflichtwidrige Transaktionen durch Mitarbeiter der Landesbank in forderungsbesicherten Wertpapieren“, sogenannten ABS-Papieren. Die Banker sollen von 2005 bis 2007 die vom Vorstand beschlossenenen bankinternen Richtlinien zur Risikosteuerung im Geschäft mit strukturierten Wertpapieren bewusst und in einer Vielzahl von Fällen verletzt haben.

Fehlspekulationen mit ABS-Papieren hatten bei der BayernLB 2008 zu einem Jahresverlust von 5,2 Milliarden Euro geführt. Der Freistaat musste die Bank mit einer Finanzspritze von 10 Milliarden Euro retten, zusätzlich waren noch Garantien über 20 Milliarden Euro notwendig. Im vergangenen Jahr machte die BayernLB wegen der maroden Tochter Hypo Group Alpe Adria weitere 2,6 Milliarden Euro Verlust. Weil die Bank kooperiere und die angeforderten Unterlagen bereitwillig zur Verfügung gestellt habe, sei ein Durchsuchungsbeschluss des Amtsgerichts München nicht förmlich vollzogen worden, sagte Stockinger. Aus ermittlungstaktischen Gründen lehnte sie weitere Auskünfte ab. Wegen Untreue- und Korruptionsverdachts ermittelt die Staatsanwaltschaft seit 2009 gegen den früheren Bankchef Werner Schmidt und weitere Beschuldigte.

dapd

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