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Die Milchpreise sind stark gefallen.

Droht ein neuer Milchboykott?

Anfang der Woche sind die Milchpreise um bis zu 20 Prozent gesunken. Die Bauern und ihre Vertreter machen ihrem Ärger Luft.

Die Milchpreise sind wieder gefallen. Viele Discounter haben Anfang der Woche erhebliche Preissenkungen bekanntgegeben, bis zu ein Fünftel kostet der Liter Milch heute weniger als vor einer Woche.

Die Preissenkung sei die Reaktion auf eine gesunkene Nachfrage der Verbraucher nach Milch und Milchprodukten, erklärte der Einzelhandelsverband. Bauernverbandspräsident Gerd Sonnleitner warf dem Handel Preisabsprachen vor und hat Beschwerde beim Bundeskartellamt eingereicht, wie der Stern berichtet. Außerdem drohten Milchbauern und ihre Vertreter der Bund Deutscher Milchviehhalter den Parteien mit Stimmverlusten bei der Bundestagswahl 2009, griffen sie ihnen nicht unter die Arme, schreibt die Welt. Auch einen Lieferboykott schließen sie nicht aus, wie das Hamburger Abendblatt berichtet. Das ZDF-Morgenmagazin erklärt in einem Video die Hintergründe des Streits und zeigt im Anschluss ein Interview mit Sonnleitner. Auf Deutschland-Debatte.de werden die Milchpreise diskutiert.

Der Bundesrat wird an diesem Freitag über Wege für eine Drosselung der Milchmenge in Deutschland beraten. Sie sind das Ergebnis des sogenannten Milchgipfels vom Juli, den der damalige Bundeslandwirtschaftsminister Horst Seehofer (CSU) gemeinsam mit den Länderagrarministern als Reaktion auf den Lieferstreik der Milchbauern einberufen hatte. Die Länder haben bereits signalisiert, dass sie die Vorschläge so nicht mehr mittragen wollen.

Lesen sie dazu:

Sonnleitner greift Einzelhandel nach Milchpreissenkung an

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