IWH rechnet 2006 mit mehr Wachstum

- Halle - Das Institut für Wirtschaftsforschung Halle (IWH) rechnet 2006 mit einem stärkeren Konjunkturwachstum in Deutschland als ursprünglich angenommen. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) werde um 1,7 Prozent zunehmen, teilte das IWH am Mittwoch mit. Zunächst war das Institut von einem Wachstum von 1,5 Prozent ausgegangen.

Mittlerweile hätten sich aber die politischen Rahmenbedingungen mit dem Regierungswechsel in Deutschland geändert. Die Weltwirtschaft habe zudem überraschend stark zugelegt, hieß es zur Begründung.

Im übernächsten Jahr werde es in Deutschland dann aber eine Delle in der Konjunktur geben. Die Inlandsnachfrage werde einbrechen. Grund sei die zum 1. Januar 2007 geplante Erhöhung der Mehrwertsteuer. Dies werde die privaten Haushalte 2006 zu vorgezogenen Käufen veranlassen und das gesamte wirtschaftliche Wachstum beflügeln. "Da diese Ausgaben 2007 fehlen werden, folgt eine Delle nicht nur im Konsum, sondern auch in der gesamtwirtschaftlichen Aktivität", sagte IWHKonjunkturexperte Udo Ludwig.

Die Lage auf dem Arbeitsmarkt wird sich laut IWH trotz des prognostizierten Aufschwungs in nächsten Jahr wenig bessern. Die Erwerbstätigkeit werde in Deutschland 2006 als Folge der Reformen am Arbeitsmarkt steigen. "Das passiert aber nicht dort, wo es passieren sollte", sagte Ludwig. Die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten gehe voraussichtlich bis 2007 weiter zurück. Der Zuwachs an Beschäftigung resultiere somit im Wesentlichen aus arbeitsmarktpolitischen Maßnahmen.

Die Zahl der Arbeitslosen werde bundesweit von 4,87 Millionen in diesem Jahr auf 4,74 Millionen im nächsten Jahr sinken. Für 2007 rechnet das IWH mit 4,6 Millionen Arbeitslosen. Die Arbeitslosenquote werde in Deutschland nach 11,1 Prozent in diesem Jahr 2006 bei 10,8 Prozent und 2007 bei 10,5 Prozent liegen. Unterschiede gebe es dabei weiter zwischen Ost und West. Während die Arbeitslosenquote 2006 in den alten Ländern bei 9,4 Prozent liegen werde, sei sie im nächsten Jahr in Ostdeutschland mit 18,2 Prozent nahezu doppelt so hoch. Für die neuen Länder rechnet das IWH im nächsten Jahr mit einem BIPWachstum von 1,3 Prozent und 2007 mit 1,0 Prozent.

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