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Die Azubis des Jahres 2014 sind in den Betrieben angekommen – oder beginnen spätestens am 1. September. Sie und ihre Arbeitgeber sollten genau wissen, mit welchen Rechten und Pflichten Ausbildungsverhältnisse ausgestattet sind.

Ausbildung

Das sind die Rechte und Pflichten der Azubis

München - Die Azubis des Jahres 2014 sind in den Betrieben angekommen – oder beginnen spätestens am 1. September. Sie und ihre Arbeitgeber sollten genau wissen, mit welchen Rechten und Pflichten Ausbildungsverhältnisse ausgestattet sind.

Arbeitszeit

Jugendliche dürfen pro Tag nicht mehr als acht Stunden – und pro Woche nicht mehr als insgesamt 40 Stunden arbeiten. Wird im Ausbildungsbetrieb 8,5 Stunden täglich gearbeitet, so gilt das auch für Jugendliche – wiederum aber bis höchstens 40 Stunden wöchentlich.

Ausbildungsvertrag

Der Ausbildungsvertrag informiert über die Dauer der Ausbildung, die Probezeit, den Urlaubsanspruch und die Höhe der Vergütung. Vereinbarungen, die gegen Gesetze verstoßen, sind ungültig (etwa eine Kürzung des Urlaubs auf die für Arbeitnehmer geltende Dauer).

Ausbildungsnachweis

Der Auszubildende ist verpflichtet, ein Berichtsheft zu führen, in dem seine ausgeübten Tätigkeiten dokumentiert werden. Das Heft ist Voraussetzung für die Zulassung zur Abschlussprüfung. In Streitfällen (zum Beispiel: „Hat der Ausbilder den Auszubildenden entsprechend dem Ausbildungsplan eingesetzt?“) kann es als Beweismittel dienen. Das Berichtsheft darf während der Arbeitszeit geführt werden.

Vergütung

Die Ausbildungsvergütung kommt aufs Girokonto; die Zeit der Lohntüten mit Bargeld ist vorbei. Der Arbeitgeber benötigt dafür den Namen des Geldinstituts, die Bankleitzahl und die Kontonummer.

Ausbildungszweck

Der Ausbilder darf dem Azubi nur Aufgaben übertragen, die dem Ausbildungszweck dienen. Die Aufgaben müssen also geeignet sein, Fertigkeiten, Fähigkeiten und/oder Kenntnisse systematisch zu vermitteln, die sowohl dem Erwerb von Berufserfahrung als auch dem Bestehen der Abschlussprüfung dienen. Allerdings: Hin und wieder ein privater Gang für den Chef ist natürlich nicht verboten, auch das gelegentliche Kaffee kochen nicht.

Berufsschule

Für die Berufsschule müssen Azubis freigestellt werden. Schulpflichtige dürfen morgens nicht vor der Berufsschule beschäftigt werden, Jugendliche auch nicht danach – wenn die Schule fünf Unterrichtsstunden oder länger dauerte.

Lohnsteuer

Sind Azubis noch ledig, so zieht der Arbeitgeber Lohnsteuer nach der Steuerklasse I von der Ausbildungsvergütung ab, wenn sie mindestens 945 Euro pro Monat beträgt.

Pausen

Auch Pausen sind im Jugendarbeitsschutzgesetz geregelt: 30 Minuten, wenn bis zu sechs Stunden am Tag gearbeitet wird, 60 Minuten bei längeren Arbeitszeiten. Jede Pause beträgt mindestens 15 Minuten.

Probezeit

Die Probezeit beträgt mindestens einen, höchstens vier Monate. In dieser Zeit können sowohl der Ausbildungsbetrieb als auch der Azubi ohne Angabe von Gründen – schriftlich – kündigen. Danach kann dem Auszubildenden nur noch bei schweren Verstößen (zum Beispiel: Diebstahl im Betrieb) gekündigt werden. Er selbst hat ein Sonderkündigungsrecht, wenn er merkt, dass die Lehre doch nichts für ihn ist und er einen anderen Beruf erlernen will.

Sozialversicherung

Den Sozialversicherungsausweis stellt die gesetzliche Rentenversicherung aus. Die vom Azubi gewählte Krankenkasse beantragt ihn.

Tauglichkeit

Minderjährige Auszubildende haben ihrem Ausbilder vor Beginn der Ausbildung eine ärztliche Tauglichkeitsbescheinigung vorzulegen, dass sie für den gewählten Beruf gesundheitlich auch geeignet sind. Bereits ein Jahr nach Ausbildungsbeginn ist erneut eine ärztliche Bescheinigung erforderlich.

Überstunden

Überstunden dürfen vom Berufsnachwuchs nicht verlangt werden. Es ist aber nicht verboten, Mehrarbeit freiwillig zu leisten, solange die gesetzliche Höchstarbeitszeit nicht überschritten ist.

Urlaub

Der gesetzliche Mindesturlaub beträgt für bis zu 15-Jährige 30 Werktage, für 16-Jährige 27, für 17-Jährige 25 Werktage – je von Montag bis Samstag gerechnet. Erwachsene Auszubildende bekommen mindestens 24 Werktage Urlaub. Je nach Tarifvertrag kann es mehr sein.

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