So reduzieren Sie Telefonkosten im Ausland

München - Wer über Ostern ins EU-Ausland verreist, kann sein Handy ruhig mitnehmen. Innerhalb der Europäischen Union ist Telefonieren und Simsen günstiger geworden.

Wer sich nicht schon zu Hause über Tarife und Kostenfallen informiert, sitzt nach den Ferien doch wieder auf einer dicken Rechnung. EU-Preislimits hin oder her: Ausgiebiges Telefonieren, Simsen oder Bilder verschicken aus dem Urlaub kommt immer teuer zu stehen. Ins Geld gehen kann speziell das E-Mail-Checken, Internet-Surfen oder Daten laden. In Grenzgebieten lauern Gebührenfallen. Extrem kostspielig wird es außerhalb der EU, beispielsweise bei Reisen in die Schweiz, die Türkei oder nach Ägypten. Wie behalten Urlauber ihre Kosten im Griff? Hier sind die wichtigsten Spartipps:

Was kosten die EU-Handy-Tarife?

In den 27 EU-Mitgliedstaaten gibt es seit Juli vergangenen Jahres Preisobergrenzen. Wer EU-weit „simst“, also Kurznachrichten verschickt, muss pro SMS maximal 13 Cent zahlen, der Empfang ist kostenlos. Ein Telefonat darf nur noch bis zu 46 Cent pro Minute kosten, eingehende Anrufe höchstens 18 Cent. „Klingt alles günstig, geht bei Dauerquasseln aber auch ins Geld“, betont Thomas Grund, Telekommunikationsexperte von Stiftung Warentest. Ein Kostentreiber sind zudem Gespräche zwischen Bundesbürgern von Handy zu Handy im Reiseland. Das kommt ebenso teuer wie ein Telefonat nach Deutschland. Nicht vergessen: Flatrates und Discount-Gebühren gelten nur daheim, nirgendwo sonst.

Was ist mit MMS-Fotos?

Vorsicht, Kostenfalle: Das Verschicken einer MMS-Fotonachricht ist innerhalb der EU nach wie vor nicht gedeckelt. „Die Preise hängen vom Anbieter, Land und Datenvolumen ab“, sagt Rafaela Möhl vom Online-Ratgeberdienst „teltarif“. Wer gern Handy-Schnappschüsse vom Pool nach Hause schickt, sollte sich lieber vor der Reise über die Kosten informieren. Außerdem kostet der MMS-Empfang im Ausland meist Geld.

Wo liegen die Kosten außerhalb der EU?

Überall in der Welt ist Telefonieren und Simsen deutlich teurer als EU-weit. Aus der Türkei daheim anrufen kostet mit einem Vertragshandy bis zu 1,63 Euro pro Minute, von Ägypten aus sogar happige 2,99 Euro. Eingehende Telefonate schlagen für den Türkei-Urlauber mit 69 Cent pro Minute zu Buche, für den Ägypten-Touristen mit 1,79 Euro. Eine SMS aus den USA kostet etwa 49 Cent. Wer in Nicht-EU-Länder verreist, wozu auch die Schweiz gehört, sollte sich vorher über günstige Tarife vor Ort informieren. Das geht beispielsweise auch über Internet-Portale wie www.teltarif.de., www.billiger-telefonieren.de oder biallo.de.

Was passiert in Grenznähe?

In grenznahen Regionen Deutschlands tappen Reisende schnell in die Gebührenfalle, warnt Grund. So gerate man bereits in der Nähe der polnischen Ostseeküste, im Grenzgebiet zu Tschechien, Frankreich, Schweiz, Österreich oder den Niederlanden in die „Fänge“ eines Auslandsnetzes. Obwohl meist noch 10 bis 20 Kilometer vom Nachbarstaat entfernt, bucht sich das stärkste ausländische Telefonnetz gern schon ins deutsche Handy ein. Aufgepasst: Das vermeintliche Inlandsgespräch wird dann ein Telefonat zu teureren Auslandsgebühren.

Was ist mit Internet-Nutzung?

Werden im Urlaub Fußballlergebnisse oder Nachrichten per Smartphone oder Internetstick gecheckt, kann das extrem teuer werden. Vorsicht: Kurz mal die E-Mails abrufen kann etwa in Tunesien saftige 19 Euro pro übertragenem Megabyte (MB) kosten. Wer sich mit Bildern oder Videos große Datenmengen herunterlädt, muss nach wie vor mit Hunderten Euro Gebühren rechnen. Je mehr MB, desto teurer. Nur EU-weit kann es keine Schockrechnungen mehr geben. Davor schützt jetzt eine automatische Kostensperre. Bei 59,50 Euro für Datenverbindungen wird die Verbindung gekappt.

Wie lässt sich noch Geld sparen?

Wer ein modernes Handy hat, sollte Navigationsprogramme oder Apps, also Serviceprogramme, ausschalten, bevor es in den Urlaub geht. Diese sind so eingestellt, dass sie sich auch im Ausland ständig selbst ins Internet einwählen und Daten aktualisieren. Das wird ganz schnell ein teurer Spaß. Ähnlich kostspielig kann es werden, wenn Reisende ein Laptop dabeihaben, das automatisch Updates lädt oder im Fünf-Minuten-Takt E--Mails abruft. Außerdem wichtig: Mailbox vor der Reise abschalten, Umleitungen sind teuer.

Von Berrit Gräber

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