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Bertram Rickmers, Chef der Rickmers Reederei. Der maritime Dienstleister ist wirtschaftlich in schwere See geratenn. Foto: Daniel Reinhardt

Sanierungskonzept abgelehnt

Reederei Rickmers stellt Insolvenzantrag

Die Hamburger Charterreederei Rickmers Group hat einen Insolvenzantrag beim zuständigen Hamburger Amtsgericht gestellt. Das bestätigte ein Sprecher der Reederei.

Hamburg - Die Hamburger Charterreederei Rickmers Group hat am Donnerstag einen Insolvenzantrag beim zuständigen Hamburger Amtsgericht gestellt. Der Insolvenzantrag war notwendig geworden, nachdem die HSH Nordbank am Vortag dem Sanierungskonzept für das Unternehmen die Unterstützung verweigert hatte. Der Vorstand hielt die Pläne für nicht tragfähig. Daraufhin war das Konzept hinfällig und keine positive Prognose für die Reederei mehr möglich. Rickmers strebt nun eine Insolvenz in Eigenverwaltung an und will den Geschäfts- und Schiffsbetrieb fortführen.

Die Gläubiger einer 275-Millionen-Euro-Anleihe der Rickmers Group kamen unterdessen in Hamburg zusammen, um einen gemeinsamen Vertreter zu bestimmen. Die ursprünglich geplante Abstimmung über das Sanierungskonzept war mit der Absage der HSH Nordbank hinfällig.

Die Reederei Rickmers

Die Rickmers Group, die am Donnerstag Insolvenzantrag stellte, wurde von Bertram Rickmers 1996 gegründet. Zuvor hatte er gemeinsam mit seinem Bruder Erck Rickmers das Investmenthaus Nordcapital geführt. Beide stammen in 5. Generation aus einer traditionsreichen Familie von Reedern, Händlern und Schiffbauern, die seit mehr als 180 Jahren in Bremerhaven und Hamburg ihre Spuren hinterlassen hat. Stammvater war der Fischersohn Rickmer Clasen Rickmers, der 1807 auf Helgoland geboren wurde und 1834 in Bremerhaven eine Werft gründete. Der 1896 gebaute Dreimaster „Rickmer Rickmers“, der als Museumsschiff im Hamburger Hafen liegt, ist nach seinem Enkel benannt. Er gehört einer Stiftung.

Die Rickmers Group hatte zum Ende des vergangenen Jahres 114 eigene und fremde Schiffe unter ihrem Management und war in 13 Ländern mit 16 Standorten präsent. Neben zahlreichen technischen und finanziellen Dienstleistungen gehörte auch eine eigene Linienreederei für Stückgut, Schwergut und Projektladung zum Konzern, die inzwischen verkauft wurde. Rickmers-Schiffe sind an Linienreedereien verchartert und tragen auch deren Namen und Farben, also zum Beispiel von Maersk.

Nach dem vorläufigen Geschäftsbericht erreichte die Rickmers Group im vergangenen Jahr einen Umsatz von 483 Millionen Euro und machte dabei 341 Millionen Euro Verlust. Die Netto-Finanzverschuldung wird mit 1,46 Milliarden Euro angegeben. Das Unternehmen beschäftigt rund 2000 Mitarbeiter.

dpa

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