Reemtsma stabilisiert Position im schrumpfenden Zigarettenmarkt

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Hamburg (dpa) - Der Zigarettenhersteller Reemtsma hat seine Position im schrumpfenden deutschen Zigarettenmarkt stabilisiert. Der gesamte Markt der versteuerten Zigaretten und ähnlicher Produkte wie Feinschnitt-Tabak reduzierte sich nach Konzernangaben in 2007 von 133 auf 126 Milliarden Stück.

Dabei konnte Reemtsma einen Anteil von 20,9 Prozent halten, nach 21,0 Prozent im Jahr zuvor. Besonders die Marke JPS, die im etwas preisgünstigeren Marktsegment angesiedelt ist, konnte ihre Position ausbauen und war demnach die wachstumsstärksten Zigarette im deutschen Markt.

Die legale und illegale Einfuhr von Zigaretten aus steuergünstigeren Nachbarländern ging leicht zurück, nach Schätzungen von Reemtsma von 24,7 auf 24,1 Milliarden Stück. "Es ist illusorisch, den Anteil der unversteuerten Fabrikzigaretten von mehr als 20 Prozent wieder auf Null zu senken", sagte Reemtsma-Chef Richard Gretler. "Aber es wäre ein gutes Ziel, zehn Prozent erreichen zu wollen." Dem Fiskus entgingen durch die Importe rund vier Milliarden Euro Steuern.

Der deutsche Markt für versteuerte Zigaretten steht vor dem Hintergrund steigender Abgaben und zunehmender Regulierungen und Verbote für Werbung und Konsum seit Jahren unter Druck und hat sich in den vergangenen Jahren um rund ein Drittel reduziert. Nach Überzeugung der Reemtsma-Topmanager ist das weniger ein Erfolg der Gesundheitspolitik als vielmehr eine Folge demografischer Entwicklungen und steigenden Schmuggels.

"Wir können auch in einem schrumpfenden Markt erfolgreich arbeiten", sagte Gretler. Die Umsatzrendite - ohne die Tabaksteuern, die rund 70 Prozent des Endverbraucher-Preises ausmachen - bewege sich ebenso wie im Reemtsma-Mutterkonzern um die 40 Prozent. Durch die Rauchverbote in Gaststätten erwartet Reemtsma eine schwankende Marktentwicklung, aber keinen nachhaltigen Effekt über den bisher schon regelmässigen Marktrückgang von ein bis zwei Prozent jährlich hinaus.

Insgesamt verkaufte Reemtsma in Deutschland im vergangenen Jahr 19,2 (Vorjahr: 19,5) Milliarden Zigaretten und Feinschnitt- und Spezialprodukte, die 7,1 (8,5) Milliarden Stück entsprechen. Bei den Fabrikzigaretten schaffte Reemtsma damit einen Marktanteil von 21,4 (20,9) Prozent und stabilisierte den zweiten Platz im deutschen Markt hinter Philip Morris.

Ein weiterer Anstieg des Marktanteils ist abzusehen, weil die Muttergesellschaft Imperial den spanischen Altadis-Konzern mit der Marke Gauloises übernommen hat. Die Marke macht mehr als fünf Prozent am deutschen Markt aus, wird aber aufgrund einer noch bis 2010 geltenden Vereinbarung vom Reemtsma-Konkurrenten BAT vertrieben. Mit Gauloises ist für Reemtsma ein Marktanteil bei Zigaretten von 27 Prozent realistisch.

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