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Die Reform der KFZ-Steuer kann am 1. Juli in Kraft treten.

Reform der KFZ-Steuer unter Dach und Fach

Berlin - Die neue Kfz-Steuer kann am 1. Juli in Kraft treten. Nach dem Bundestag stimmte am Freitag auch der Bundesrat der Reform zu. Für wen die Neuregelung gilt, was sich alles ändert, erfahren Autofahrer hier.

Die neue Kfz-Steuer ist unter Dach und Fach: Nach dem Bundestag stimmte jetzt auch der Bundesrat der Neuregelung zu. Damit bemisst sich ab dem 1. Juli die Steuer für Neuwagen nicht mehr allein nach dem Hubraum eines Autos, sondern überwiegend nach dessen CO2-Ausstoß. So soll ein Anreiz zum Erwerb schadstoffarmer Pkw gegeben werden. Die Kfz-Steuer geht künftig an den Bund. Der Bundesrat billigte einstimmig die dafür nötige Änderung des Grundgesetzes. Die neue Fahrzeugsteuer gilt zunächst nur für Neuwagen. Ältere Pkw werden erst ab dem Jahr 2013 auf die neue Formel umgestellt.

Bis zuletzt umstritten war die Höhe des Ausgleichs, der den Ländern zusteht, weil der Bund die Steuer vereinnahmt. Im Vermittlungsausschuss einigten sich beide Seiten auf 8,99 Milliarden Euro jährlich. Das sind 150 Millionen mehr als zunächst im Gesetzentwurf vorgesehen.

Nach der Neuregelung kostet ein Smart fortwo mit 999 Kubikzentimeter Hubraum und 112 Gramm Kohlendioxid je Kilometer künftig nur noch 20 statt derzeit 67 Euro an Steuer. Für die am häufigsten verkauften mittelgroßen Wagen ändert sich wenig: Die Kfz-Steuer für den VW Golf mit 1.390 Kubik und 149 Gramm Kohlendioxid ermäßigt sich von 94 auf 86 Euro. Für einzelne sehr große Wagen wird es dagegen deutlich teurer. So werden für den Chrysler Viper (8.285 Kubik, 489 Gramm CO2) künftig 904 statt derzeit 560 Euro im Jahr fällig. Für die Bemessung der neue Kfz-Steuer sind künftig Schadstoffausstoß und Hubraum entscheidend. Ein Sockelwert von 120 Gramm Kohlendioxid (CO2) pro Kilometer ist steuerfrei. Diese CO2-Freibetrag gilt bis 2011. In den folgenden beiden Jahre sind nur noch 110 Gramm steuerfrei, ab 2014 lediglich 95 Gramm. Was über den Sockel hinausgeht, kostet 2,00 Euro pro Gramm CO2 und Kilometer. Hinzu kommt ein Betrag von 2,00 Euro je angefangene 100 Kubikzentimeter Hubraum für Benziner beziehungsweise 9,50 Euro für Diesel. Aus den beiden Komponenten setzt sich die jährlich zu zahlende Kfz-Steuer zusammen.

Die wichtigsten Fragen und Antworten:

Für welche Autos gilt die Neuregelung?Nur für Pkw, die ab dem 1. Juli 2009 zum ersten Mal zugelassen werden. Altere Fahrzeuge werden wie bisher besteuert - zumindest bis 2013. Dann sollen sie laut Bundesfinanzministerium “schonend“ in das neue System übergeführt werden. Die Einzelheiten dazu müssen noch festgelegt werden.

Nach welcher Formel wird die neue Kfz-Steuer berechnet?Entscheidend sind Schadstoffausstoß und Hubraum. Ein Sockelwert von 120 Gramm Kohlendioxid (CO2) pro Kilometer ist steuerfrei. Diese CO2-Freibetrag gilt bis 2011. In den folgenden beiden Jahre sind nur noch 110 Gramm steuerfrei, ab 2014 lediglich 95 Gramm. Was über den Sockel hinausgeht, kostet 2,00 Euro pro Gramm CO2 und Kilometer. Hinzu kommt ein Betrag von 2,00 Euro je angefangene 100 Kubikzentimeter Hubraum für Benziner beziehungsweise 9,50 Euro für Diesel. Aus den beiden Komponenten setzt sich die jährlich zu zahlende Kfz-Steuer zusammen.

Gibt es Steuerbefreiungen für schadstoffarme Neuwagen?Der ADAC weist darauf hin, dass Euro-4-Fahrzeuge (Benziner und Diesel), die zwischen dem 5. November 2008 und dem 30. Juni 2009 erstmals zugelassen wurden oder werden, ein Jahr steuerfrei bleiben. Danach kann der Fahrzeughalter den für ihn niedrigeren Steuertarif nach dem alten oder dem neuen Modell wählen. Euro-5- und Euro-6-Fahrzeuge (Benziner und Diesel) mit Erstzulassung zwischen dem 05. November 2008 und dem 30. Juni 2009 sind maximal zwei Jahre steuerfrei. Die Steuerbefreiung endet spätestens am 31. Dezember 2010. Danach soll es auch hier möglich sein, den niedrigeren Tarif zu wählen. Für Euro-6-Dieselfahrzeuge, die zwischen dem 01. Juli 2009 und dem 31. Dezember 2013 erstmals zugelassen werden, ist eine befristete Steuerbefreiung in Höhe von 150 Euro je Fahrzeug vorgesehen. Danach muss Kfz-Steuer nach dem neuen Modell gezahlt werden.

Wer sind die großen Gewinner der Reform?Das sind laut ADAC die Käufer von verbrauchsarmen Kleinwagen, besonders kleinmotorige Benziner. So muss man etwa für einen neuen Chevrolet Matiz 0,8 S ab Juli nur noch 16 Euro im Jahr bezahlen, bisher waren es 54 Euro. Auch Besitzer eines Smart fortwo (45 Kilowatt) profitieren von der Reform, denn mit 20 Euro jährlich liegt die Steuer um 47 Euro unter der bisherigen. Beide Fahrzeuge stoßen weniger als 120 Gramm CO2 pro Kilometer aus und werden daher ausschließlich über den kleinen Hubraum zur Steuer herangezogen.

Welche Pkw-Besitzer sparen künftig am meisten?Das größte Einsparpotenzial hat der ADAC für Klein- oder Mittelklassewagen mit Dieselantrieb ermittelt. Ganz vorne liegen beispielsweise der BMW 118d sowie der VW Golf 2,0 TDI DPF 119g, deren Kfz-Steuer mit 190 Euro künftig um 118 Euro geringer ausfallen wird. Bei den Benzinern zählen zwei Modelle mit Hybrid-Antrieb zu den Gewinnern. Der Besitzer eines Toyota Prius etwa bezahlt mit einem Jahresbetrag von 30 Euro eine um 71 Euro niedrigere Kfz-Steuer. Um 66 Euro günstiger wird demnächst der Honda Civic Hybrid 1,3 besteuert. Für Neufahrzeuge dieses Modells müssen die Halter ab Juli 2009 nur noch 28 Euro bezahlen.

ap

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