Reform der Reform soll Bahn aus der Krise führen

- Berlin - Nach dramatischen Verlusten will die Deutsche Bahn mit einem raschen Umbau ihres Preissystems die Weichen zurück zum Erfolg stellen. Bahn-Chef Hartmut Mehdorn versprach, die Tarife würden schon in den nächsten Wochen kundenfreundlicher. Der Zugang zu Plan & Spar-Preisen soll leichter werden. Die Wiedereinführung der alten Bahncard mit 50 Prozent Rabatt lehnte Mehdorn jedoch ab.

<P>Die Konzernspitze hofft, den dramatischen Rückgang der Fahrgastzahlen schnell genug bremsen zu können, um ihre Ziele für dieses Jahr doch noch zu erreichen. Wie Mehdorn bestätigte, brach der Umsatz im Personenfernverkehr in den ersten drei Monaten dieses Jahres um 13,5 Prozent ein. Der Verlust wuchs konzernweit von 82 auf 120 Millionen Euro.<BR><BR>"Wir sind kein Krisenfall", betonte den Bahn-Chef gleichwohl. "Und wir bleiben bei dem Ziel, das wir uns gesteckt haben." Die mittelfristige Planung sah vor, die Verluste in diesem Jahr auf etwa 220 Millionen Euro zu begrenzen und im kommenden Jahr wieder schwarze Zahlen schreiben. Für 2005 war der Börsengang geplant. Mehdorn äußerte sich nicht zum Zeitplan. Er betonte nur, die Bahn müsse konsequent auf ihrem Kurs Richtung Kapitalmarktfähigkeit bleiben. Laut Unternehmenskreisen soll derzeit spätestens das Jahr 2006 für den Börsengang angepeilt werden. 2005 will die Bahn demnach kapitalmarktfähig sein.<BR><BR>Trotz aller Probleme ist Mehdorn für heuer optimistisch: So lägen Umsatz (3,789 Milliarden Euro, plus 0,7 Prozent) und Ergebnis im ersten Quartal noch über den Erwartungen. Dies gelte auch für den April 2003. "Wir sind auf einem gutem Weg", sagte Mehdorn. Immerhin sei es gelungen, trotz des schlechten Umfelds den Ergebnisplan einzuhalten.<BR><BR>2002 musste der Konzern fast eine halbe Milliarde Euro Verlust hinnehmen. Das betriebliche Ergebnis nach Steuern sank um 289 auf minus 493 Millionen Euro. Finanzchef Diethelm Sack betonte, ursprünglich sei aber sogar ein Minus von 550 Millionen Euro einkalkuliert worden. Der Umsatz stieg (ohne Stinnes) leicht auf 15,765 Milliarden Euro. Mehdorn wies darauf hin, dass mit 9,9 Milliarden Euro aber ein Investitionsrekord aufgestellt worden sei. Dafür seien bewusst Belastungen in Kauf genommen worden. <BR><BR>Bereits am Vortag hatte Mehdorn angekündigt, dass die Stornogebühren für Frühbuchertickets sofort auf einheitlich 15 Euro gesenkt werden. Der Aufsichtsrat entließ zwei Spitzenmanager, der Vertrag von Mehdorn wurde dagegen bis 2008 verlängert.<BR></P>

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