Reformen: Nachteile für Unternehmer bleiben

- München mp - Von Steuersätzen redet jeder. Doch im Vermittlungsausschuss zwischen Bundestag und Bundesrat haben sich ganz andere Dinge an Reformvorhaben verändert. Einige Vorhaben, die Unternehmen benachteiligt hätten, wurden entschärft, in anderen Fällen gab es Verschlechterungen.

<P> So passierte der beschränkte Verlustvortrag den Ausschuss. Künftig können Unternehmen zwar Verluste aus früheren Jahren nicht mehr komplett mit künftigen Gewinnen verrechnen. Doch zwei wesentliche Änderungen kamen: Der noch mögliche Abzug liegt nicht bei 50, sondern bei 60 Prozent. Vor allem wurde der Freibetrag von 100 000 Euro verzehnfacht. Für Kleinunternehmen wurde damit einem problematischen Teil der Reform der Giftzahn gezogen. Größeren allerdings steht weniger Geld für Investitionen zur Verfügung. Denn Gewinne oberhalb einer Million Euro müssen selbst dann zu 40 % versteuert werden, wenn frühere Verluste weit höher waren. "Das könnte den Aufschwung verzögern", sagt Hubert Kratzer, Steuerberater und Partner bei Ernst & Young.</P><P> Zinsen, die ein Unternehmen an einen inländischen Gesellschafter zahlt, sind bisher Betriebsausgaben. Künftig können sie ab einer Freigrenze von 250 000 Euro nicht mehr abgezogen werden (geplant waren 50 000 Euro), sofern das Eigenkapital weniger als 40 % beträgt. Dies halten Experten für übermäßig hoch. Als besonders schädlich für Unternehmen gilt, dass auch Bankkredite betroffen sind, wenn der Gesellschafter dafür bürgt.</P><P> Auch bei der Erbschaftssteuer kommt es zu Verschlechterungen, die in diesem Fall kleinere Unternehmen überproportional belasten: Der "Betriebsvermögensfreibetrag" soll von 256 000 auf 225 000 Euro gesenkt werden. Das heißt: Die Grenze, ab der Erbschaftssteuer gezahlt werden muss, sinkt. Nicht nur das: Auch die Steuersätze steigen eher an, wovon, nach Berechnungen von Ernst & Young, kleinere Unternehmen stärker betroffen sind. Für die einzige Möglichkeit, dieser Verschärfung der Rechtslage zu entgehen, ist die Zeit knapp: Wer davon betroffen wäre und ohnehin eine Schenkung plant, könnte diese steuersparend vor dem 1. Januar 2004 vornehmen.</P>

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