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Die Deutschen kaufen gerne im Ausland – besonders im Sommerurlaub. Wer allerdings gefälschte Markenprodukte als Souvenirs mit nach Hause bringt, kann Probleme bekommen.

Damit es später keinen Ärger gibt

Diese Regeln gelten beim Einkaufen im Urlaub

München - Den Urlaub nutzen viele zum ausgedehnten Shopping. In etlichen Ländern sind Kleidung, Elektronikgeräte, Schmuck und Parfüms billiger als in Deutschland. Aber: Echte und gefälschte Artikel können bei der Rückkehr für Ärger sorgen.

Die Uhr aus dem Basar im Urlaubsort hat vielleicht 40 Euro gekostet, aber sieht einer um ein Vielfaches teureren Rolex zum Verwechseln ähnlich. Das kann ein teurer Spaß für den Käufer werden: Nicht der Staat bestraft die Einfuhr von gefälschten Markenprodukten als Souvenirs, doch der geprellte Hersteller der Originalprodukte kann den Reisenden verklagen. Das Schnäppchen im Urlaub kann sogar gesundheitsgefährdend sein. Antworten auf wichtige Fragen:

Was passiert, wenn ich gefälschte Produkte aus dem Urlaub mitbringe?

Wer privat einkauft und Fälschungen im Gepäck hat, muss nichts befürchten. „Es ist keine Straftat“, sagt Alwin Bogan, Pressesprecher beim Hauptzollamt Krefeld. Aber: Der Rechteinhaber wird informiert, er kann klagen und Schadenersatz fordern. Bogan berichtet, dass einige Unternehmen sehr sensibel auf solche Fälle reagieren und zum Beispiel den Originalwert eines teuren Schmuckstücks vor Gericht erstreiten. Andere Firmen unternehmen aber nichts.

Wer aber gar so viele gefälschte Produkte im Koffer hat, dass die Zollfahnder davon ausgehen, man handele damit, dem droht mehr: Es wird Strafanzeige wegen Betrugs und Verstoßes gegen das Markengesetz in Betracht gezogen, erläutert Volker Bartels vom Aktionskreis gegen Produkt- und Markenpiraterie (APM). Wichtig ist auch noch für Reisende: In einigen Urlaubsländern wie Italien und Frankreich sei schon der private Erwerb von Plagiaten unter Strafe gestellt.

Sind gefälschte Kosmetika unbedenklich?

Nicht unbedingt. Kosmetika oder Düfte können gefährliche Stoffe beinhalten, die Hautirritationen und Allergien auslösen, erklärt der VKE-Kosmetikverband in Berlin. Oder in Sonnencremes steckt gar kein Sonnenschutz. Das kann auch bei Sonnenbrillen zutreffen.

Wie kann ich Fälschungen erkennen?

Die Verpackungen von zum Beispiel Kosmetika sind zwar meist gut nachgemacht, aber zum Teil fehlen aufwendige Feinheiten wie Prägungen, erklärt der VKE, der Hersteller des von Fälschungen besonders betroffenen mittleren und hohen Preissegments vertritt. Markennamen werden oft schlampig aufgedruckt, auf den Verpackungen fehlen Hinweise zum Produkt. Der Karton sowie das Material von Kosmetiktiegel oder Parfümflacons haben eine schlechte Qualität. Glas ist nicht ganz rein oder hat scharfe Kanten. Der Zerstäuber wirkt zerbrechlich. Parfüms sollten Verbraucher ausprobieren, denn bei Fälschungen kann das Rohr in der Pumpe zu kurz sein. Und natürlich: Fälschungen sind billiger als üblich. Wer hochpreisige Markenkosmetika kaufen möchte, kann sich meist auf die Hersteller verlassen: Sie übergeben ihre Waren nur an ausgewählte Vertragspartner. Welche das sind, geben viele Kosmetikunternehmen über einen sogenannten Storefinder auf ihrer Homepage an. Der Aktionskreis gegen Produkt- und Markenpiraterie (APM) rät, grundsätzlich für alle Produkte auf fehlende Labels, Beipackzettel, Garantie- und Echtheitszertifikate zu achten. Gefährliche Inhaltsstoffe zum Beispiel in Turnschuhen und in Spielzeug können ausdünsten. Manchmal kann man das erschnuppern – riecht der Kunststoff beißend nach Chemie, besser nicht kaufen.

Wie viel darf ich grundsätzlich im Ausland einkaufen?

Verzollt werden müssen bei der Einreise mit dem Flugzeug oder Schiff Waren in einem Wert von über 430 Euro, mit dem Auto oder Zug liegt die Grenze bei 300 Euro, erklärt Alwin Bogan vom Hauptzollamt Krefeld. Wer weniger dabei hat, muss nichts befürchten. Wer mehr dabei hat, muss von sich aus auf den Zoll zugehen.

Gut ist, wenn alle Belege aufgehoben werden, damit die Zollbeamten erkennen können, zu welchen Preisen im Ausland eingekauft wurde. „Sie haben etwa ein Schnäppchen gemacht und drei Jeans für den Preis von zwei bekommen“, nennt Bogan ein Beispiel. „Wenn Sie das nachweisen können, zahlen sie auch beim Zoll nur den Preis von zwei für drei.“ Die Freigrenzen zählen für alle Einkäufe, auch für zum Beispiel einen Koffer voll Schokoladentafeln. „Wenn Sie aber nur ein paar wenige Tafeln dabei haben, sehen wir das nicht so eng. Es kann sich ja auch um Reiseproviant handeln.“

Was passiert, wenn ich die Reisefreimenge überschreite?

Laut Bogan muss man dann in der Regel den Einfuhrsteuersatz von 19 Prozent zahlen. Für manche ganz spezielle Produkte wie besondere Computer gibt es höhere Sätze – „aber das ist in der Regel nichts, was die Privatperson betrifft.“

Gibt es eine Mengengrenze?

Ich darf zwar im Rahmen der Reisefreigrenze einkaufen, aber auch nur die Menge, die für meinen Eigenbedarf bestimmt ist. „Habe ich 50 gleiche Shirts verschiedener Größen im Gepäck, könnten wir den Eindruck bekommen, Sie betreiben Gewerbe, erklärt Zollsprecher Bogan. Diese Shirts dürfen dann nicht einfach so ins Land gebracht werden. „Fünf gleiche Shirts in der gleichen Größe ziehe ich mir in der Regel auch nicht an, fünf verschiedene aber schon“, nennt Bogan ein weiteres Beispiel. Von bestimmten Gütern, etwa Zigaretten und Alkohol, dürfen nur festgelegte Mengen eingeführt werden. Details gibt es unter www.zoll.de. Hat man zu viele dabei, muss man diese doppelt nachversteuern, erklärt der Experte. Es geht in diesem Fall auch um Steuerhinterziehung – ob aber eine Strafverfolgung eingeleitet wird, hängt von der Staatsanwaltschaft ab. Dann müsste man die hinterzogene Steuer plus in der Regel eine kleine Strafe bezahlen, diese ist abhängig von Einkommen.

Von Simone Andrea Mayer

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