Terror in Barcelona: Lieferwagen rast in Menschenmenge - Angeblich zwei Tote

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Ein Ausflug in die Arbeitswelt kann lehrreich sein. Ferienjobber im Biergarten müssen auch mal mit anpacken – das gehört in der gesamten Gastronomie dazu. Allerdings in Maßen, schließlich unterstehen sie dem Jugendschutz. Foto: dpa

Regeln rund um den Ferienjob

München - Wer in den Ferien jobt, kann sich Wünsche erfüllen. Und sammelt wertvolle erste Erfahrungen in der Arbeitswelt. Damit nicht auch unangenehme Lektionen hinzukommen, gilt es, ein paar Regeln zu beachten.

Das erste selbst verdiente Geld ist etwas ganz Besonderes. Nicht nur, weil sich Schüler damit lang gehegte Wünsche erfüllen können, sondern auch, weil es viel bringen kann, schon als Schüler in die Realität des Arbeitsalltags hineinzuschnuppern. Diese Regeln müssen Schüler und Arbeitgeber unbedingt beachten:

Arbeit kennenlernen

Früher Kontakt mit der Arbeitswelt sei jedem nur zu empfehlen, sagt Hubert Schöffmann, stellvertretender Leiter des Bereichs Ausbildung bei der IHK München. Auch dann, wenn sich die Traumbranche in der Praxis als Albtraum entpuppt: „Die diversen praktischen Erfahrungen, die man bei einem Ferienjob sammeln kann, sind bei einer frühzeitigen Weichenstellung oft sehr hilfreich und deshalb mit Geld gar nicht aufzuwiegen.“ Deshalb sollten auch Eltern den Arbeitswillen ihrer Kinder in den Ferien fördern und unterstützen, rät Schöffmann.

Mindestalter

Das erste eigene Geld darf bereits mit 13 Jahren verdient werden, jedoch nur mit Genehmigung der Eltern und mit leichten Arbeiten wie Babysitten, Einkäufe erledigen, Zeitungen austragen oder Nachhilfeunterricht erteilen. Die maximale Arbeitszeit darf nicht länger als zwei Stunden - in landwirtschaftlichen Familienbetrieben mehr als drei Stunden - täglich an fünf Tagen pro Woche (nicht an Samstagen sowie Sonn- und Feiertagen) im Zeitraum zwischen 8 bis 18 Uhr betragen. Einen Ferienjob dürfen sich Schüler, die der Vollzeitschulpflicht unterliegen, erst suchen, sobald sie 15 Jahre alt und somit Jugendliche im Sinne des Gesetzes zum Schutz der arbeitenden Jugend sind.

Zeitliche Grenzen

15- bis 18-Jährige dürfen in einem Jahr maximal vier Wochen einen Vollzeit-Ferienjob ausüben, also 20 Tage. Die maximale Wochenarbeitszeit beträgt 40 Stunden. Täglich dürfen Jugendliche nicht länger als acht Stunden arbeiten, Pausen nicht mitgerechnet. Der Ferienjob darf grundsätzlich nur zwischen 6 Uhr morgens und 20 Uhr abends ausgeführt werden.

Ab 18 Jahren sind bis zu 50 Arbeitstage pro Jahr erlaubt. Dies sind bei einer Fünf-Tage-Woche zwei Monate am Stück. Was darüber hinausgeht, gilt nicht mehr als Ferienjob.

Was gilt sonntags?

Samstags sowie an Sonn- und Feiertagen ist der Ferienjob tabu. Eine Ausnahme besteht jedoch beispielsweise in Krankenhäusern, Gaststätten und in der Landwirtschaft.

Schutz vor Gefahren

Um Jugendliche vor physischen und psychischen Gefahren zu schützen, schreibt das Jugendarbeitsschutzgesetz weitere Einschränkungen vor. Verboten sind demnach beispielsweise Arbeiten an gefährlichen Maschinen: Säge-, Fräs-, Hack-, Spalt-, Hobelmaschinen sowie Pressen. Ebenso Akkordarbeit und gesteigertes Arbeitstempo sowie Jobs, die mit starker Hitze, Kälte und Nässe einhergehen. Arbeitgeber dürfen Schüler auch nicht unter gesundheitsschädlichen Einwirkungen wie Lärm, Strahlen und Erschütterungen arbeiten lassen. Zudem sind Arbeiten untersagt, bei denen die Jugendlichen mit giftigen, ätzenden und reizenden Stoffen in Berührung kommen könnten. Verstößt ein Arbeitgeber gegen diese Gesetzesvorgaben, muss er tief in die Tasche greifen. Schwerwiegende Missachtungen werden sogar als Straftaten geahndet.

Verdienstgrenzen

Jugendliche dürfen bis 10 190 Euro im Jahr steuerfrei verdienen, erklärt Horst Wolf, Sprecher im Bayerischen Finanzministerium. Geht das Entgelt für den Ferienjob (und eventuelle andere Einkünfte) darüber hinaus, ist eine Lohnsteuerkarte zwingend erforderlich, denn es müssen Steuern abgeführt werden. Auch können die Eltern den Anspruch auf Kindergeld verlieren, und zwar, wenn sich die Kinder in den Ferien mehr als 8924 Euro verdienen (8004 Euro Verdienst plus 920 Euro Werbungskostenpauschale). Wird dieser Betrag um mehr als einen Euro überschritten, müssen Eltern das Kindergeld für das gesamte Jahr zurückzahlen.

Was gilt bei Hartz IV?

Seit 1. Juni dieses Jahres werden Einnahmen aus bis zu vierwöchigen Ferienjobs von Schülern bis zu 1200 Euro im Jahr nicht mehr auf die Hartz- IV-Leistungen angerechnet, teilt das Bayerische Arbeits- und Sozialministerium mit. Bislang galt der allgemeine Freibetrag von 100 Euro.

Unfall/Krankheit

Ferienjobber sind über den Arbeitgeber unfallversichert, sagt Sascha Straub, Versicherungsfachmann bei der Verbraucherzentrale Bayern. Der Versicherungsschutz ist dabei unabhängig von der Dauer des Arbeitsverhältnisses oder der Höhe des Entgelts. Unbezahlte Praktika sind ebenso versichert wie Ferien-Mini-Jobs. Auch Hin- und Rückweg zur Arbeit sind versichert. Die gesetzliche Unfallversicherung übernimmt bei einem Arbeits- oder Wegeunfall die Heilbehandlung, die Rehabilitation sowie Lohnersatzleistungen. Sozialversicherungsabgaben entfallen, wenn nicht länger als zwei Monate beziehungsweise 50 Tage im Jahr gearbeitet wird. Da sie als Arbeitnehmer gelten, haben Schüler zudem das Recht auf Entgeltfortzahlung, wenn sie während des Jobs krank werden, sagt Bastian Landorff, bei der Verbraucherzentrale Bayern zuständig für den Bereich Krankenversicherung. Da der Anspruch aber erst nach vierwöchiger Beschäftigung entsteht, kommt er bei Jobbern unter 18 Jahren selten zum Tragen.

Versichert im Ausland

Ferienjobs oder Praktika im Ausland sind nicht über die deutsche gesetzliche Unfallversicherung abgesichert, sagt Brigitte Mehring von der Arag-Versicherung. Das kann auch gelten, wenn es sich um ein deutsches Unternehmen im Ausland handelt. Daher rät sie dazu, sich schon vor der Abreise über die Absicherung gegen Arbeitsunfälle im Gastland unter www.unfallkassen.de zu informieren.

Wo gibt es Jobs?

„Am besten bei der Firma, bei der man gerne hineinschnuppern würde, einfach anrufen oder selbst vorbeischauen und nachfragen“, rät Schöffmann von der IHK. Dass dies aufdringlich wirken könne, darüber müsse man sich nicht sorgen - im Gegenteil. „Das persönliche Engagement zeigt eher, dass man wirklich motiviert ist.“ Auch Eltern, Bekannte oder Nachbarn wissen vielleicht, wo ein Ferienjob vergeben wird.

Susanne Sasse

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