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Hartz-IV-Empfängerin klagt: „Bei der Tafel gibt es nur noch Schrott“

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Von: Patricia Huber

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Die Tafeln in Deutschland kommen an ihr Limit. Immer mehr Bedürftige kommen auf deutlich weniger Spenden. Für viele spitzt sich damit die ohnehin angespannte Lage weiter zu.

Hamburg - Für immer mehr Menschen in Deutschland wird der Alltag zur Herausforderung. Die Preise steigen - nicht nur für Energie, sondern auch für Lebensmittel. Viele, die im vergangenen Jahr noch gerade so über die Runden gekommen sind, bekommen jetzt die Inflation besonders zu spüren. Wenn das Geld dann nicht mehr reicht, um Essen zu kaufen, führt der Weg für einige zur Tafel.

Hartz IV: Tafeln erhalten immer weniger Spenden

Doch auch hier gibt es Probleme. Auf immer mehr Kunden kommen immer weniger Lebensmittelspenden. „Gründe dafür sind unter anderem die genauere Planung der Supermärkte und die hohen Lebensmittelpreise, derentwegen viele Menschen vermehrt nach günstigen Produkten greifen und diese teils in unnötig großen Mengen auf Vorrat einkaufen.“

Auch eine Hartz-IV-Empfängerin aus Hamburg berichtet bei taz.de davon, wie schwierig es wirklich ist. Gemeinsam mit ihrem Sohn stehen ihr etwa 300 Euro im Monat für Essen zur Verfügung. Um über die Runden zu kommen, geht sie bereits seit 2020 zur Tafel. Doch wirklich begeistert ist sie derzeit nicht. „Bei der Tafel gibt es nur noch Schrott“, erzählt die Hamburgerin, die nicht namentlich genannt werden möchte.

Hartz-IV-Empfängerin: „Fühle mich erniedrigt“

Sie werfe vieles weg, was sie bei der Tafel erhält. „Ich ekel mich vor abgelaufenen Sachen“, sagt sie. Keimende Kartoffeln, gerade abgelaufene Milch oder eine weiche Kiwi - einige Produkte landen im Müll. Doch die Geschäftsführerin der Norderstedter Tafel macht deutlich, dass sich trotz des Kundenansturms die Qualität der Produkte nicht verändert habe. Dafür gäbe es schließlich klare Regeln.

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Trotzdem zeigt sich die Hartz-IV-Empfängerin, die schon lange zur Tafel geht, enttäuscht. „Ich fühle mich erniedrigt“, erklärte sie gegenüber taz.de. Es sei schade, dass sie sich bei der Tafel die Sachen nicht selbst aussuchen kann. Außerdem hält sie den Hartz-IV-Regelsatz von 449 Euro für deutlich zu niedrig. Auch die Tafeln fordern gemeinsam mit anderen Sozialverbänden laut ihrer Website eine sofortige Erhöhung auf 600 Euro pro Monat.

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