1. Startseite
  2. Wirtschaft

Hartz IV: Mit dem Wechsel zum Bürgergeld soll es deutlich mehr Geld geben

Erstellt: Aktualisiert:

Von: Patricia Huber

Kommentare

Über die Höhe des künftigen Bürgergelds, das Hartz IV ersetzen soll, wurde lange geschwiegen. Jetzt hat Bundesarbeitsminister Hubertus Heil (SPD) erstmals konkrete Zahlen genannt.

Berlin – Hartz IV steht schon lange in der Kritik: Die Regelsätze seien zu niedrig, die Sanktionen zu streng. Bei Letzterem wurde von der Ampel-Koalition bereits Abhilfe geschaffen. Durch das sogenannte Sanktionsmoratorium müssen Empfänger bis Mitte nächsten Jahres deutlich weniger Sanktionen fürchten als bisher. Dennoch bleibt der niedrige Regelsatz von 449 Euro – der angesichts der hohen Inflation zum immer größeren Problem wird.

Hartz IV: Bezieher erhalten einmalig 200 Euro extra

Zwar erhalten Hartz-IV-Empfänger im Juli eine Einmalzahlung. Das hat die Regierung im Rahmen des umfangreichen Entlastungspakets aufgrund der steigenden Lebenshaltungskosten beschlossen. Die Bezieher von Arbeitslosengeld II erhalten demnach einmalig 200 Euro zusätzlich zum Regelsatz.

Doch langfristig ist das wohl keine Lösung. Das sieht auch Bundesarbeitsminister Hubertus Heil (SPD) so. Daher hat er kürzlich ein „soziales Klimageld“ für kleine und mittlere Einkommen vorgeschlagen. Wer ein Einkommen bis 4.000 Euro erhält, soll von der Finanzspritze profitieren. Genaue Zahlen, wie hoch dieser Zuschuss ausfallen könnte, hat er dabei jedoch noch nicht genannt.

Unser Hartz-IV-Newsletter informiert Sie jeden Mittwoch über neue Entwicklungen zum Thema. Melden Sie sich jetzt an!

Hartz IV: Mit dem Bürgergeld sollen auch die Sätze steigen

Zudem äußerte er sich auch zum Satz des geplanten Bürgergelds. Denn Hartz IV soll laut dem Koalitionsvertrag der Ampel-Parteien bald durch ein Bürgergeld ersetzt werden. Heil schlägt vor, an der Berechnungsgrundlage zu schrauben, um den Satz erhöhen zu können. Denn derzeit berechnet das Statistische Bundesamt den Hartz-IV-Satz aus dem Bedarf der unteren 20 Prozent der Mehrpersonenhaushalte.

„Mein Vorschlag ist, dass wir etwa bei Familienhaushalten die unteren 30 statt der unteren 20 Prozent der Einkommen als Grundlage nehmen“, erklärt der Minister. Das bedeutet, dass bei der Berechnung von mehr Bedarf ausgegangen würde. „Damit können wir erreichen, dass die Regelsätze im Bürgergeld pro Person und Monat in etwa um 40 bis 50 Euro höher sein werden als in der Grundsicherung.“ (ph/dpa)

Auch interessant

Kommentare