"Mit Schnee sind auch Hoffnungen geschmolzen"

Regenwetter vermiest Weihnachtsgeschäfts-Endspurt

München - Das Geschäft am vierten Adventssamstag kann die Bilanz der bayerischen Einzelhändler nicht mehr aufbessern. Jetzt hoffen sie auf das Geschäft mit Geschenkgutscheinen nach den Feiertagen.

Regen und milde Temperaturen haben Bayerns Einzelhändlern den Endspurt im Weihnachtsgeschäft vermiest. "Mit dem Schnee sind auch unsere Hoffnungen geschmolzen", sagte Bernd Ohlmann, Geschäftsführer des Bayerischen Einzelhandelsverbandes, am Samstag in München. "Bei diesem Wetter kauft keiner warme Kleidung und Wintersportartikel." Die Bilanz der vier Adventswochen falle durchwachsen aus. Ohlmann erwartet, dass das Weihnachtsgeschäft rund 13,6 Milliarden Euro in die Kassen der bayerischen Einzelhändler spült. Er wolle nicht jammern, habe sich aber mehr erhofft.

Schärfster Konkurrent der Einzelhändler seien Online-Shopping-Portale. Am vierten Adventssamstag habe besonders in Bayerns Großstädten ein enormer Andrang in Innenstädten und Einkaufszentren geherrscht. Das große Geschenke-Fieber sei jedoch nicht ausgebrochen, sagte Ohlmann.

Bei der Bilanz dürfe nicht übersehen werden, dass die Adventszeit heuer nur 24 Tage gedauert habe, während es sonst in der Regel 26 Tage seien, sagte Ohlmann. Kurzentschlossene hätten an Heiligabend noch bis 14.00 Uhr die Chance, Geschenke zu kaufen. Das könnte auch die Einzelhandelsbilanz noch ein wenig aufpolieren. Zudem seien auffällig viele Gutscheine verkauft worden. "Viele Leute schenken ja auch Bargeld. Wir setzen also auf das Geschäft nach den Feiertagen. Da dreht das Christkind für uns hoffentlich eine Ehrenrunde."

Renner für den Gabentisch seien heuer Klassiker wie Uhren, Schmuck und Parfum, aber auch Smartphones und Tablet-PCs, sagte Ohlmann. Für Winterkleidung und -sportartikel sei es zuletzt zu warm gewesen.

Im Bayerischen Einzelhandelsverband sind rund 20 000 bayerische Einzelhandelsunternehmen aller Betriebsgrößen und Branchen organisiert. Im Vorjahr hatte Ohlmann etwa zum gleichen Zeitpunkt einen Umsatz von 13,3 Milliarden Euro erwartet - auch damals zeigte sich der Verband enttäuscht von den Zahlen.

dpa

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