Regierung reduziert Wachstumsprognose

- Berlin - Die Bundesregierung wird ihre Wachstumsprognose für dieses Jahr von 1,6 auf 1,0 Prozent reduzieren. Dies verlautete am Donnerstag in Berlin aus zuverlässiger Quelle. Damit hat die rotgrüne Koalition die Wachstumserwartungen weniger stark gesenkt als zuvor Wirtschaftsorganisationen und Konjunkturexperten. Die sechs führenden Wirtschaftsforschungsinstitute gehen für das laufende Jahr nur noch von einem Wachstumsplus von 0,7 Prozent aus. Die Deutsche Bundesbank erwartet hingegen wie die Bundesregierung einen Zuwachs von einem Prozent.

<P>Wie es weiter hieß, wird erneut eine Bandbreite für das Wirtschaftswachstum definiert werden. Die 1,0 Prozent befänden sich in der Mitte. Sie sind auch Basis für die nächste Steuerschätzung im Mai. Die letzten Abstimmungen des zuständigen interministeriellen Arbeitskreises sind für Freitagmorgen geplant. Danach legt Wirtschaftsminister Wolfgang Clement (SPD) die Prognose vor.<BR><BR>Bereits am Donnerstag hatte Clement das Gutachten der Institute als zu pessimistisch bezeichnet. Die deutsche Wirtschaft sei trotz geringeren Wachstums stabiler als die Volkswirtschaften anderer großer Länder, sagte Clement. Das vergleichweise schwache Wachstum Deutschlands sei eine Folge der Kosten der deutschen Einheit. Außerdem seien die Leitzinsen der Europäischen Zentralbank für deutsche Verhältnisse zu hoch. Die Gefahr einer Rezession wies Clement entschieden zurück. "Die sehe ich überhaupt nicht", sagte er. Er rechne damit, dass die Weltwirtschaft zwar etwas geringer, aber weiter kräftig wachse.<BR><BR>Der CDU-Wirtschaftsexperte und Vorsitzende des Europaausschusses des Deutschen Bundestages, Matthias Wissmann, sagte, die jetzige Korrektur der Wachstumserwartungen sei längst überfällig gewesen. "Die Bundesregierung fängt an zu begreifen, dass sich die ihre schöngeredeten Konjunkturhoffnungen in Luft auflösen", sagte Wissmann. Der Obmann der CDU/CSU-Fraktion im Haushaltsausschuss, Steffen Kampeter, forderte in einem dpa-Gespräch weitere Reformen, um die deutsche Wirtschaft zurück auf den Wachstumspfad zu führen.</P>

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Kartellvorwürfe: Durchsuchungen bei BMW in München
Aufregung um deutsche Autobauer: Einem Medienbericht zufolge durchsuchen Ermittler Räumlichkeiten von BMW. Der Grund: Kartellvorwürfe.
Kartellvorwürfe: Durchsuchungen bei BMW in München
Anleger verlässt der Mut - Dax unter 13 000 Punkten
Frankfurt/Main (dpa) - Die Anleger am deutschen Aktienmarkt hat zum Wochenschluss doch noch der Mut verlassen. Ungeachtet neuer Rekorde an den US-Börsen gab der Dax …
Anleger verlässt der Mut - Dax unter 13 000 Punkten
Immer mehr Firmen verlegen ihren Sitz aus Katalonien
Madrid (dpa) - Seit der Zuspitzung der Katalonien-Krise Anfang Oktober haben 1185 Unternehmen ihren rechtlichen Sitz in andere spanische Regionen verlegt. Diese Zahl …
Immer mehr Firmen verlegen ihren Sitz aus Katalonien
Verkauf von Teilen Air Berlins an Easyjet noch offen
Nach der Vereinbarung mit Lufthansa wird die Zeit für den Verkauf der übrigen Air-Berlin-Teile knapp. Mit Easyjet wurde die insolvente Fluggesellschaft bislang nicht …
Verkauf von Teilen Air Berlins an Easyjet noch offen

Kommentare