+
Ein Mitarbeiter von Thyssenkrupp schaut sich in einem Stahlwerk Rohstahlrollen (Coils) an.

Schadenersatz für Schienenkartell

Regierung: ThyssenKrupp muss endlich zahlen

Berlin - ThyssenKrupp soll so schnell wie möglich den geforderten Schadenersatz für die Beteiligung am Schienenkartell bezahlen. Das fordert die Bundesregierung, denn sie hat große Pläne mit dem Geld.

Die Bundesregierung pocht auf schnelle und umfassende Schadenersatzzahlungen von ThyssenKrupp und anderen am Schienenkartell beteiligten Stahlunternehmen an die Deutsche Bahn. „Die Kartell-Mitglieder müssen zu ihren Verfehlungen stehen und die Schäden begleichen“, sagte Verkehrs-Staatssekretär Michael Odenwald (CDU) der „Süddeutschen Zeitung“ (Mittwoch).

Die Bundesregierung wolle die Gelder wieder in die Schiene investieren. „Wir könnten bundesweit fünf bis zehn Projekte anpacken oder beschleunigen, vom Ausbau von Strecken bis zur Modernisierung von Bahnhöfen. Das käme direkt den Fahrgästen zugute.“ Ein schneller Schadensersatz sei also auch im Interesse der Steuerzahler und Bahnfahrer, sagte Odenwald.

Das Staatsunternehmen Deutsche Bahn will mit einer Klage beim Landgericht Frankfurt von ThyssenKrupp und anderen Firmen insgesamt 850 Millionen Euro eintreiben, inklusive Zinsen. Ein großer Teil davon würde an den Bund zurückfließen. Die Unternehmen haben nach Erkenntnissen der Ermittlungsbehörden mindestens ein Jahrzehnt lang zu hohe Preise für Schienen berechnet.

Schadenersatz hat bislang nur der österreichische Konzern Voestalpine gezahlt, der das Kartell auffliegen ließ, zum Kronzeugen der Ermittler wurde und laut Bahn vor einigen Wochen einen hohen zweistelligen Millionen-Euro-Betrag überwies. Odenwald forderte ThyssenKrupp und die anderen Kartellsünder auf, diesem Beispiel zu folgen.

dpa

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Investor interessiert am insolventen Küchenbauer Alno
Pfullendorf (dpa) - Für die Belegschaft des insolventen Küchenbauers Alno gibt es wieder etwas Hoffnung. In der kommenden Woche würden Gespräche geführt mit einem …
Investor interessiert am insolventen Küchenbauer Alno
BMW verärgert über Kronzeugenanträge von Daimler und VW
München (dpa) - BMW ist verärgert über die Anträge von Daimler und Volkswagen, im Fall des Kartellverdachts gegen die deutsche Autoindustrie als Kronzeugen zur …
BMW verärgert über Kronzeugenanträge von Daimler und VW
Kaufhof-Mutter HBC trennt sich von Chef Storch
Die Warenhauskette Kaufhof steckt in der Krise - wie auch die kanadische Mutter HBC. Nun verlässt HBC-Chef Storch den Konzern. Kaufhof gibt sich gelassen.
Kaufhof-Mutter HBC trennt sich von Chef Storch
EU-Kommission erwartet Aufholjagd bei schnellem Internet
Europa hängt bei Zukunftstechnologien in wichtigen Bereichen hinterher. Doch nach dem jüngsten EU-Gipfel können Online-Shopper und Nutzer des mobilen Internets hoffen.
EU-Kommission erwartet Aufholjagd bei schnellem Internet

Kommentare