Regierung will Stellenabbau bei Alitalia erzwingen

- Rom - In die Diskussion um die Rettung der maroden italienischen Fluggesellschaft Alitalia hat sich die Regierung in Rom eingeschaltet. Verkehrsminister Pietro Lunardi sagte, die Regierung habe alles getan, was in ihrer Macht stand, um die Linie zu sanieren. Jetzt sei es an den Gewerkschaften, dem Sanierungsplan zuzustimmen. Schätzungen zufolge müssen bis zu 5000 der 22 000 Arbeitsplätze abgebaut werden. "Wenn die Arbeitnehmervertretungen nicht mit uns zusammenarbeiten, werden 22 000 Menschen auf der Straße stehen", erklärte Lunardi.

Wirtschaftsminister Domenico Siniscalco drohte, den kürzlich von Brüssel genehmigten staatlichen Überbrückungskredit in Höhe von 400 Millionen Euro nicht freigeben zu wollen, falls die Gewerkschaften nicht einlenken. Die italienische Regierung hält 62 Prozent an der Fluglinie, will diesen Anteil jedoch auf unter 50 Prozent senken. Die Alitalia-Führung unter Präsident Giancarlo Cimoli hatte zuletzt erklärt, die Krise sei schlimmer als angenommen. So lägen die Umsätze von Juli und August um 17 Millionen Euro unter den Erwartungen. Auch die Passagierzahlen nehmen immer weiter ab. Der Personalverantwortliche Massimo Chieli warnte: "Ohne eine baldige Einigung über den Sanierungsplan kann Alitalia nur noch 20 Tage überleben."

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