Regulierer räumen bei 0190-Missbrauch auf

- Bonn - Die Regulierungsbehörde für Telekommunikation will bei 0190er-Nummern und teuren Internet-Dialern aufräumen. Der Präsident der Behörde, Matthias Kurth, kündigt hartes Durchgreifen an. Immer mehr Bürger hatten sich über schwarze Schafe beschwert, die mit heimlich installierten Anwahldiensten im Internet oder mit zweifelhaften Telefonangeboten bei arglosen Kunden Telefonrechnungen in bis zu fünfstelliger Höhe verursachen.

<P>Die Telefon-Mehrwertdienste sind in Deutschland ein Millionenmarkt. Auch seriöse Anbieter verbreiten damit Informationen. Möglich macht das scharfe Vorgehen der Behörde nun das eben erst in Kraft getretene Gesetz zur Bekämpfung des Missbrauchs der 0190er- und 0900er-Nummern. Es setzt ab sofort Höchstpreise für die Nummern fest. Maximal dürfen künftig zwei Euro pro Minute oder - bei zeitunabhängigen Diensten - 30 Euro pro Anwahl in Rechnung gestellt werden. Die Höhe der Kosten muss zu Beginn des Gesprächs mitgeteilt werden. Erst drei Sekunden später tickt der Zähler.</P><P>Höhere Preise sind nur möglich, wenn der Anrufer beim Anbieter schriftlich eine Geheimzahl beantragt und sich damit - wie beim Nutzen der EC-Karte - bei jedem Anruf persönlich legitimiert.</P><P>Besonders strikt sind die Regelungen bei den Internet-Anwahlprogrammen, den so genannten Dialern, mit denen die Internetverbindung von den normalen Einwahlpunkten auf teurere Anschlüsse umgeleitet werden. In der Vergangenheit hatte es immer wieder Beschwerden gegeben, dass Dialer beim Internet-Surfen heimlich ohne Kenntnis des Nutzers installiert worden waren.</P><P>Das neue Gesetz sieht deshalb eine Registrierungspflicht für alle Dialer vor. Außerdem muss der Nutzer explizit der Installation des Dialers, dessen Aktivierung und der teuren Verbindung zu einer Mehrwertdienstenummer zustimmen.</P><P>Ist ein Dialer nicht registriert, oder entspricht er nicht den gesetzlichen Vorgaben, die bis in Details wie die Schriftgröße gehen, hat der Kunde seit 15. August keine Verpflichtung zur Zahlung mehr. Die Regelung gilt aber nicht für Altfälle.</P>

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