Reisebranche glaubt nicht an Terror-Krise

- Berlin - Mit bedrücktem Gesicht sitzt Hostess Ester aus Madrid am Freitag auf der Internationalen Tourismus-Börse in Berlin am Stand ihrer Heimatstadt. Vor ihr auf dem Tresen liegt neben Broschüren eine welke rote Rose. Während Ester immer wieder Beileidsbekundungen mit gepresstem Lächeln entgegennimmt, bleiben die Tische am spanischen Stand weitgehend leer.

<P>Vertreter der Branche hoffen, dass das Gleiche nicht mit den Hunderten von Ferienfliegern passiert, die im Sommer in Richtung Spanien starten. Sie glauben, dass der Terror von Madrid keine gravierenden Folgen haben wird _ auch wenn die Aktie des weltgrößten Reisekonzerns TUI unter Druck steht.</P><P>Seit Monaten spürt die Reiseindustrie einen leichten Aufschwung. Der Bundesverband der Tourismuswirtschaft (BTW) sah die Trendwende geschafft und erwartete für 2004 "das Jahr des Wachstums". Endlich sollte "Schluss sein mit Minus".</P><P>Trotz der Bombenattentate ist BTW-Präsident Klaus Laepple optimistisch. "Ich bleibe bei meiner Prognose von 5 Prozent Wachstum." Es sei nach den Anschlägen "keine Stornowelle losgegangen", das hätten die Nachfragen gezeigt. "Natürlich sorgen die Anschläge für Beklemmung und Bedrückung. Sie werden aber keine Auswirkungen haben für den Tourismus." Laepple sieht Parallelen zu den Terroranschlägen vor einigen Monaten in Istanbul. "Die Urlauber haben trotzdem Reisen an die türkischen Küsten gebucht." </P><P>TUI-Chef Volker Böttcher meint: "Es war kein Anschlag auf Touristen. Das ist ganz entscheidend für uns." Die Buchungskurven seien "völlig normal" verlaufen. Nachfragen von besorgten Urlaubern habe "es so gut wie gar keine" gegeben. <BR></P>

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