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Von wegen knapper Geldbeutel

Reisefreudigkeit der Deutschen steigt weiter an

Nürnberg - Die Deutschen sind Reiseweltmeister - jedenfalls gemessen an den Pro Kopf-Ausgaben. An ihrer Spendierfreudigkeit dürfte sich so schnell nichts ändern - im Gegenteil.

Die Deutschen lassen sich die Reiselaune trotz internationaler Krisen nicht verderben. Im Gegenteil: Die Bereitschaft, Geld für den Urlaub auszugeben, ist überdurchschnittlich hoch. Das geht aus dem neuen Reisebarometer der GfK im Auftrag des Bundesverbandes der Deutschen Tourismuswirtschaft (BTW) hervor, das der Nachrichtenagentur dpa vorliegt. Danach ist die Kauflust der Verbraucher bei Haushaltsgeräten, Unterhaltungselektronik und Einrichtungsgegenständen vergleichsweise verhalten. Reisen liegen dagegen ganz vorn - auch gegenüber der Anschaffung eines Autos oder einer Immobilie.

Der Tourismus sei der Treiber des Konsumklimas, erklärte der BTW. Die Reiselaune der Bundesbürger kletterte im Sommer auf 3,11 Punkte, im April hatte sie noch bei von 1,07 Punkten gelegen. Sollten die Rahmenbedingungen stabil bleiben, könnte der BTW-Tourismusindex bis zum Jahresende 3,8 Punkte erreichen, so der Verband.

„Viele Menschen haben einen Job und die Einkommenssituation ist gut“, sagte Branchenexperte Roland Gassner vom Marktforschungsunternehmen GfK. Internationale Krisen würden von den deutschen Urlaubern als regionale Ereignisse wahrgenommen. „Das weltpolitische Geschehen schlägt nicht so auf die Stimmung durch wie man vermuten könnte“, sagte Gassner. Nach seinen Angaben nimmt die Bereitschaft der Deutschen, Geld für Reisen auszugeben seit etwa vier Jahr kontinuierlich zu.

Die Zahl der Reisetage stieg dem Barometer zufolge in den ersten vier Monaten im Vergleich zum Vorjahr um 3,8 Prozent auf rund 391 Millionen. Das Plus ging vor allem auf das Konto von Mehrtagesreisen.

Die Tourismuswirtschaft zähle zu den Wachstumstreibern in Deutschland, erklärte der BTW. „Und mit einem Anteil von 4,4 Prozent am Bruttoinlandsprodukt befinden wir uns deutlich auf Augenhöhe mit Maschinenbau oder Automobilindustrie“, sagte BTW-Präsident Michael Frenzel laut Mitteilung. Er appellierte an die Politik, Reisen nicht „künstlich und unnötig“ zu verteuern. Belastet wird die Branche derzeit unter anderem durch umstrittene Gewerbesteuer-Nachforderungen der Finanzämter.

Der Tourismusindex wird vierteljährlich erhoben und alle sechs Monate vom BTW veröffentlicht. Grundlage ist unter anderem der monatliche Konsumklimaindex der GfK.

dpa

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