Wieder Probleme bei Stammstrecke Richtung Osten: Züge fallen aus

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Reisemängel: Wann es Geld zurück gibt

München - Die Urlaubs-Sommersaison 2007 ist zu Ende - und trotzdem geht bei den Reiseveranstaltern die Arbeit jetzt erst so richtig los: Immer mehr unzufriedene Pauschalreisende stürmen die Reklamationsabteilungen. Dabei stehen die Chancen, für einen misslungenen Urlaub entschädigt zu werden, gar nicht schlecht.

Hinterhof statt Meerblick, ausgefallene Klimaanlage, Baulärm im Hotel, vergammelte Poolanlage: Wollen sich enttäuschte Pauschalurlauber über Reise-Ärger beschweren, müssen sie das innerhalb von vier Wochen nach der Rückkehr tun, wie Markus Saller, Jurist der Verbraucherzentrale Bayern, betont. "Schriftlich, am besten per Einschreiben. Sonst verfallen mögliche Ansprüche auf Preisminderung."

Neben klassischen "Aufregerthemen" rund ums Quartier sind heuer verstärkt Beschwerden über Umweltbeeinträchtigungen am Urlaubsort dabei, weiß Beate Wagner von der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen. Griechenland-Urlauber wollen Geld zurück, weil sie wegen der Waldbrände antike Stätten nicht besichtigen konnten. Türkei-Reisende stellen Forderungen, weil die brütende Hitze die Stromversorgung lahmlegte. Mexiko-Reisende beschweren sich, dass sie wegen des Hurrikans im Hotel festsaßen.

Grundsätzlich stehen die Chancen, für einen nachweislich misslungenen Urlaub entschädigt zu werden, gar nicht schlecht: Ist der Veranstalter kulant oder erkennt er die Reklamation als berechtigt an, schickt er einen Gutschein als Friedensangebot.

So gut wie keine Aussicht auf Erfolg hat jedoch, wer eine Reisepreisminderung aufgrund höherer Gewalt verlangt, etwa nach Waldbränden. "Da fahren die Veranstalter gerade eine harte Linie", hat Saller festgestellt.

"Ein Urlauber kann nur dann Ansprüche geltend machen, wenn der Veranstalter versprochene Leistungen nicht erfüllt hat", betont Kay Rodegra, Anwalt und Dozent für Reiserecht an der Universität Trier. So braucht niemand auf Entschädigung für entgangene Urlaubsfreuden zu pochen, wenn Kilometer entfernt der Wald in Flammen stand, die eigene Hotelanlage aber gar nicht betroffen war.

Lief die Reise deutlich schlechter als im Katalog oder im Internet beschrieben, darf der Pauschaltourist nach der Rückkehr sehr wohl Ansprüche anmelden. Ein Beispiel: Der Urlauber landete in einem Hotel, das er gar nicht gebucht hatte und das nichts mit dem gebuchten Standard zu tun hat. Eine Chance, wenigstens einen Teil des Reisepreises zurückzubekommen, hat aber nur der Tourist, der seinem Veranstalter oder Vertreter vor Ort schon die Möglichkeit gab, für Abhilfe zu sorgen. Wer sich erst daheim beschwert, beißt auf Granit, so Saller.

Das schnelle Reklamieren noch vor Ort sollte man belegen können. Wer Beweisfotos oder die Unterschrift von Mitreisenden oder des Reiseleiters unter ein Mängelprotokoll gesichert hat, lag richtig. Wieder zu Hause, muss die Forderung auf Reisepreisminderung an den Veranstalter schriftlich formuliert werden. Feste Summen sollten jedoch nicht vorgegeben werden, rät die Stiftung Warentest.

Bietet der Veranstalter dann zu wenig oder gar nichts an, können sich Betroffene bei den Verbraucherzentralen oder beim Anwalt beraten lassen. Prozessfreudige sollten jedoch bedenken, dass höchstrichterliche Entscheidungen im Reiserecht fehlen. Urteile in ähnlichen Fällen können völlig unterschiedlich ausfallen. Nicht alle Richter orientieren sich an der "Frankfurter Tabelle". In dieser Auflistung sind typische Reisemängel sowie die Bandbreite möglicher Preisnachlässe zusammengestellt.

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