+
Sonne, Ferien, Entspannung: Wer sein Traumziel im Internet bucht, bekommt bei allen Internet-Reiseportalen vernünftige Angebote. Die größeren Portale schnitten aber im Test besser ab.

Mit fünf Klicks in den Urlaub

München - Man kann seinen Urlaub problemlos im Internet buchen. Beim Vergleich großer Reiseportale fiel keines durch. Es lohnt sich aber, nach Preisunterschieden zu suchen. Größere Portale bieten deutlich mehr Auswahl.

Das Traumhotel an einer lauten Ausfallstraße. Der Strand nur nach einem Hindernislauf erreichbar. Und nachts dröhnen laute Disco-Klänge durch Mauern, hinter denen die Kinder eigentlich schlafen sollten. Das kann im Urlaub die gesamte Erholung kosten. Mancher geht deshalb lieber zum vertrauten Berater im Reisebüro als im Internet nach Pauschalangeboten zu fahnden. Doch ein Vergleich der acht großen Reiseportale im Internet durch den Autoclub Mobil in Deutschland ergab ganz überwiegend gute Noten. Am besten schnitt Holidaycheck.de mit der Note 1,98 ab. Doch auch die schwächste Bewertung im Test, die Note 3,21 für Ab-in-den-Urlaub.de, ist noch kein Warnsignal.

Große Portale schlagen sich besser:Generell liegen die großen Portale bei der Bewertung vorn. Sie bieten das breitere Angebot an Veranstaltern, Hotels und Ferienwohnungen. Auch die Zahl der Bewertungen spricht für sie. Wenn 4,4 Millionen Nutzer die Angebote benotet haben, ergibt sich ein umfassenderes Bild als bei 250 000 Rückmeldungen.

„Manipulationen kann man aber nicht ausschließen“, sagt Michael Haberland, der Vorsitzende von Mobil in Deutschland. Wenn außergewöhnlich gute und besonders schlechte Bewertungen für ein Hotel abgegeben wurden, sollte man auf der Hut sein. Hier könnte jemand unerlaubt nachgeholfen haben. Am besten sollte man dann auch die Bewertungen anderer Reiseportale durchstöbern.

Geringe Preisunterschiede: Die Preisunterschiede sind dagegen, wie Haberland sagt, „minimal“. Das liege daran, dass die Portale in den meisten Fällen auf die gleichen Datenbanken zugreifen können. Mobil in Deutschland hat beim Test in drei Urlaubsregionen Mallorca, Kreta und türkische Riviera, jeweils ein Schnäppchen-Angebot und ein besonders gut bewertetes Angebot (jeweils Vier-Sterne-Hotel mit Halbpension im Doppelzimmer) herausgezogen, und die Angebote aller Portale verglichen.

Es gibt kein Portal, bei dem die Preise generell günstiger oder teurer sind als bei anderen. Wer sich die Zeit nimmt, alle Portale abzuklappern, kann allerdings beim gleichen Angebot zwischen fünf und in seltenen Fällen sogar 20 Prozent einsparen.

Frühbucher nicht immer im Vorteil: Doch die Preise sind nicht stabil: „Checkt man das gleiche Hotel nach ein paar Tagen oder Wochen später, kann sich der Preis komplett verändert haben“, sagt Haberland. Dabei kann man nicht einmal eine Richtung der Preisentwicklung prognostizieren. Es gebe keine Garantie, dass der früheste Bucher den günstigsten Preis erzielt. Und wer sich von Last-Minute-Seiten locken lässt, zahlt mitunter mehr, als er müsste. Die Angebote seien zwar gegenüber dem Katalog-Preis deutlich reduziert. Doch viele von vornherein günstigere und gute Hotels fallen dabei unter den Tisch – obwohl sie immer noch billiger wären als das herabgesetzte Angebot.

Abflug von München teurer als von Berlin: Bitter für die Münchner: Beim Preisvergleich der Abflugorte mussten sie in den meisten Fällen mehr zahlen als Urlauber, die von Berlin aus aufbrachen. Unterschiede gibt es auch bei der Breite des Angebots. Zwar sind die großen Hotelketten praktisch überall vertreten. Doch Testsieger Holidaycheck.de hat laut Haberland beispielsweise auch Juwelen im Hoteldschungel im Angebot – wie luxuriöse Fincas oder feine Stadthotels.

Aufklappende Fenster nerven: Scharf kritisierte der Autoclub, dass bei einigen – den schlechter bewerteten – Portalen immer wieder ungewollt Seiten von anderen Portalen des Anbieters aufklappten. Das sorgt dafür, dass zusätzliche Seitenzugriffe gemessen werden – was sich positiv auf die Werbeeinnahmen auswirken soll. Es nerve aber die Kunden und vertreibe auch viele. Negativ fiel außerdem auf, dass manche Veranstalter auch Treffer lieferten, die bei der Hotel-Kategorie oder dem Buchungszeitraum von den Vorgaben des Nutzers abwichen. Hier patzte auch der Sieger Holidaycheck.

Fünf Klicks bis zur Buchung: Unterschiede gibt es beim Aufwand bis zum Abschluss der Buchung. Bei den besseren Portalen reichen fünf bis sechs Klicks, beim schwächsten sind bis zu acht Schritte erforderlich.

Hier die getesteten Angebote, nach Noten sortiert:

- Holidacheck.de – 1,98
- Expedia.de – 2,00
- Travelscout24.de – 2,25
- weg.de – 2,27
- travelchannel.de – 2,35
- Opodo.de – 2,45
- Lastminute.de – 2,62
- Ab-in-den-Urlaub.de - 3,21

Martin Prem

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Kaum Bewegung am Aktienmarkt vor Aussagen der US-Notenbank
Frankfurt/Main (dpa) - Vor dem Leitzinsentscheid der US-Notenbank Fed sind die Anleger am deutschen Aktienmarkt in Deckung geblieben.
Kaum Bewegung am Aktienmarkt vor Aussagen der US-Notenbank
Milliardendeal: Eon-Tochter steht vor Verkauf
Eon kommt beim Verkauf der restlichen Anteile an der Kraftwerkstochter Uniper voran. Die Gespräche sind weit fortgeschritten. Der Interessent kommt aus Finnland.
Milliardendeal: Eon-Tochter steht vor Verkauf
Drohende Jobverluste bei Air Berlin
Die Spannung steigt bei Air Berlin - und ebenso die Befürchtungen vieler Beschäftigter. In den kommenden Tagen wird über den Verkauf entschieden. Wer bekommt den …
Drohende Jobverluste bei Air Berlin
Deutschland verpasst EU-Ziel für erneuerbare Energien
Ökostrom stärker fördern, den Ausbau deckeln oder alles dem Markt überlassen? Darüber streiten Experten und Parteien. Der Bundesverband Erneuerbare Energien warnt kurz …
Deutschland verpasst EU-Ziel für erneuerbare Energien

Kommentare