Landesinnenminister: Terrorverdächtiger in der Uckermark gefasst

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Reise-Skandal um Gasversorger weitet sich aus

- Köln - Im Zusammenhang mit Ermittlungen der Kölner Staatsanwaltschaft wegen der Finanzierung von Reisen für Kommunalpolitiker hat der Energiekonzern Eon Ruhrgas Konsequenzen gezogen. Wie Unternehmenssprecher Peter Blau der "Tagesschau"-Redaktion bestätigte, werde man "sämtliche Kundenveranstaltungen mit sofortiger Wirkung einstellen".

Das Unternehmen habe erkannt, "dass der Vorgang über rein juristische Fragen weit hinausgeht". Öffentliche Wahrnehmung und gesellschaftliche Akzeptanz seien "von mindestens ebenso großer Bedeutung", sagte der Sprecher. Nun würden Richtlinien ausgearbeitet, wie solche Reisen in Zukunft aussehen könnten.

Die Kölner Staatsanwaltschaft hatte Medienberichte bestätigt, nach denen eine Durchsuchung in der Dortmunder Zentrale von Thyssengas stattgefunden hat. "Die Unterlagen wurden dort bereits im September vergangenen Jahres sichergestellt", erklärte Behördensprecher Günther Feld auf Anfrage. Die Ermittlungen stünden im Zusammenhang mit der umstrittenen Finanzierung von Aufsichtsratsreisen, die Eon Ruhrgas veranstaltet habe. Dabei werde gegen insgesamt 159 Kommunalpolitiker und Manager ermittelt. "Wir haben den Verdacht, dass Thyssengas die überwiegend von Eon finanzierten Reisen teilweise mitfinanziert hat", erklärte Feld. Das sei womöglich der Fall gewesen, weil beide Unternehmen in manchen Versorgungsgebieten anteilig das Gas an die örtlichen Stadtwerke lieferten. Die Zahl der beschuldigten Kommunalpolitiker erhöhe sich dadurch nicht, betonte Feld: "Es geht auch nicht um zusätzliche Reisen."

Eon Ruhrgas hat sich in einem Schreiben an seine Stadtwerke-Kunden gegen Vorwürfe verteidigt, Vergnügungsreisen für Kommunalpolitiker finanziert zu haben. "Durchgeführt wurden in erster Linie die Besichtigung von Bohrplattformen und Betriebsstätten sowie Vortragsveranstaltungen im In- und Ausland", heißt es in dem der "Neuen Ruhr/Neuen Rhein Zeitung" vorliegenden Brief. Dabei sei der Informationscharakter bestimmend gewesen. Der Verdacht einer Vorteilsgewährung sei nicht begründet.

Bei den Ermittlungen geht es um den Verdacht, dass Eon Ruhrgas Aufsichtsräten und Mitarbeitern von 28 kommunalen Versorgern in Nordrhein-Westfalen Reisen nach Barcelona, Brügge, St. Petersburg und Norwegen bezahlt hat, um sie wohlwollend für Lieferverträge zu stimmen.

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