Reklamationen oft zu Unrecht verweigert

- Düsseldorf - Schlechte Nachrichten für Verbraucher: Viele Einzelhändler ignorieren die seit Anfang 2002 geltenden neuen zweijährigen Gewährleistungsfristen. Das geht aus einem groß angelegten Test des Europäischen Verbraucherzentrums Düsseldorf und der Zeitung "Verbraucher Aktuell" hervor. Die Verbraucherschützer hatten bundesweit 600 Händler in 72 Städten angerufen und Wasserkocher, Toaster und Föns reklamiert, die 15 Monate nach dem Kauf den Geist aufgegeben hätten. Das Ergebnis war ernüchternd.

<P>Trotz der mit viel Vorschusslorbeeren bedachten Neuregelung war nicht einmal die Hälfte der Händler am Ende bereit, für die monierten Elektro-Kleingeräte aufzukommen. Nur vier Prozent boten sofort einen Austausch der defekten Ware an. 220 Händler hätten lapidar erklärt "Pech für Sie und Ihre Brieftasche", berichteten die Verbraucherschützer. 118 Verkäufer hätten Kosten für den Kunden selbst dann nicht ausschließen wollen, wenn ihn keine Schuld am Malheur treffe. Dabei hat der Kunde den Verbraucherschützern zufolge durch die neuen Vorschriften während der zweijährigen Gewährleistungszeit eigentlich gute Karten. Er darf auf Reparatur oder Austauschgerät pochen. Alle Kosten etwa für Transport, Material oder Lohn gehen dabei zu Lasten des Verkäufers.</P><P>Doch hat die Neuregelung einen Haken. Tritt der Mangel erst später als sechs Monate nach dem Kauf auf, dann muss der Käufer nachweisen, dass der Fehler schon beim Kauf vorgelegen hat. </P><P>Vor allem kleine Fachgeschäfte schnitten im Test schlecht ab. Dabei müssen die Verkäufer und Händler nicht für die Kosten gerade stehen. Gibt ein Gerät bereits in den ersten zwei Jahren den Geist auf, zahlt nach Angaben des Zentralverbands Elektro-Haushalts-Kleingeräte in Frankfurt der Hersteller. Aber diese Information scheine noch nicht bei allen Händlern angekommen zu sein.</P><P>Weitere Informationen zum Test: www.verbraucherzentrale-nrw.de/<BR><BR></P>

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