Rekord bei Ausbildungsverträgen

Berlin - Dank der anziehenden Konjunktur entspannt sich auch die Lage auf dem Ausbildungsmarkt. Bundesbildungsministerin Annette Schavan (CDU) sagte dem "Tagesspiegel am Sonntag": "Ich gehe davon aus, dass alle Jugendlichen, die in diesem Jahr ihren Schulabschluss gemacht haben, auch einen Einstieg in den Beruf finden werden."

Die Industrie-, Handels- und Handwerkskammern haben bis Ende August 407 000 Ausbildungsverträge abgeschlossen, rund 36 000 mehr als im Vorjahr und damit ein Plus von knapp zehn Prozent. Allein die Industrie- und Handelskammern (IHK) verzeichnen zu Beginn des Ausbildungsjahres am 1. September 287 000 Verträge - 26 000 mehr als Ende August 2006.

DIHK-Präsident Ludwig Georg Braun sagte der "Bild am Sonntag": "Das ist der höchste Stand seit der Wiedervereinigung. Ich sehe gute Chancen, dass wir erstmals seit 2001 zum Jahresende keine Lehrstellenlücke mehr haben werden." Otto Kentzler, Präsident des Zentralverbands des Deutschen Handwerks, sagte dem Blatt: "Bereits jetzt liegen 120 000 Lehrverträge unterschrieben vor, das sind rund 10 000 mehr als zu diesem Zeitpunkt im Vorjahr."

Nach früheren Angaben der Bundesagentur für Arbeit (BA) waren im August noch 161 200 Jugendliche ohne Lehrstelle. Die Zahl der freien Ausbildungsplätze lag bei 85 900. Gewerkschaften hatten die nach wie vor hohe Zahl der Unversorgten kritisiert und zusätzliche Anstrengungen von den Unternehmen eingefordert.

Schavan verwies auf "eine unbestimmte Zahl an Altbewerbern", die schon in den Vorjahren keine Lehrstellen gefunden hatten und die von der aktuellen positiven Entwicklung nicht im gleichen Maße profitieren. Die Bundesregierung habe als Gegenmaßnahme zum Beispiel die Mittel für 40 000 Einstiegsqualifikationen bereitgestellt. Durch solche und ähnliche Programme erhoffe sich die Regierung, "dass wir bis 2009 die große Gruppe der Altbewerber in Ausbildung und Qualifizierung bringen können", sagte die Ministerin.

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