Rekordbeteiligung für BMW-Mitarbeiter

München - BMW will nach dem Rekordjahr 2011 weiter wachsen und sucht andere Fachkräfte. 4000 Mitarbeiter werden eingestellt. Altgediente sollen ermuntert werden, etwas Neues zu lernen. Die Beschäftigten können mit einer Rekord-Gewinnbeteiligung rechnen.

Erfolg macht ehrgeizig. Dem Rekordjahr 2011 will BMW ein weiteres folgen lassen. Dazu werden auch ganz neue Wege beschritten: Beobachter wunderten sich heuer über ein Auto auf dem Genfer Salon: Ein Transporter aus dem BMW-Konzern auf Mini-Basis. Es war kein Gag. Noch diesen Herbst steht das Auto, der Clubvan, bei den Händlern. „Der erste Lifestyle-Transporter im Premium-Kleinwagensegment“, sagt BMW-Chef Norbert Reithofer. Transporter – schon das Wort klingt gemessen an früheren Gebräuchen – man mied selbst das Wort Van – provozierend.

BMW hat aber vor, mit ungewöhnlichen Varianten der Tochtermarke neue Käuferschichten zu erschließen: 2016 will der Konzern zwei Millionen Autos bauen. Jedes fünfte soll ein Mini sein. Dieses Ziel gab Reithofer gestern aus. 2011 waren es 1,67 Millionen. Damit erzielte BMW einen Umsatz von 68,8 Milliarden Euro (plus 13,8 Prozent) und ein Vorsteuerergebnis von 7,38 Milliarden Euro (plus 52,1 Prozent). Auch für 2012 erwartet Reithofer Bestmarken bei Absatz und Ergebnis.

Dagegen erteilte er einem BMW-Kleinwagen unterhalb des 1er eine Absage. Der geplante BMW mit Frontantrieb wird am unteren Ende der bestehenden BMW-Modellreihen angesiedelt – etwa als Van-Variante des 1er.

So etwas nennt Reithofer Evolution. Die Revolution, von der er auch spricht, findet im Inneren neuer Fahrzeuge statt: Da plant BMW mit Wasserstoff, aus dem in Brennstoffzellen elektrische Energie gewonnen wird. Die bisher von BMW favorisierten Wasserstoff-Autos mit Verbrennungsmotor werden laut Entwicklungsvorstand Klaus Draeger ad acta gelegt.

Beim Thema Brennstoffzellen verhandelt BMW mit General Motors über eine Zusammenarbeit. Es zeichnet sich ab, dass in Elektro-BMWs auch Wasserstoff als Treibstoff eingesetzt wird. So lässt sich die Reichweite steigern.

Die Revolution bringt neue Herausforderungen für die Belegschaft. Wo früher Mechaniker oder Maschinenbauer am Werk waren, braucht man heute Fachkräfte für Leichtbau oder elektrische Antriebe. Mitarbeiter mit anderen Qualifikationen werden, wie Personalvorstand Harald Krüger sagt, in einem Schulungszentrum zu Technikern für Elektromobilität weitergebildet.

Um wachsenden Anforderungen an Forschung und Entwicklung gerecht zu werden, sollen gute Meister und Techniker in Zusammenarbeit mit Hochschulen zu Bachelors werden, die dann wie Ingenieure eingesetzt werden. Gleichzeitig bildet BMW 3900 Lehrlinge aus, die nach bestandenem Abschluss mit einem Übernahmeangebot rechnen können. Wie bereits berichtet ist wie 2010 erneut die Einstellung von 4000 neuen Mitarbeitern vorgesehen. Nun will der Konzern auch den Konflikt um die Leiharbeit lösen. Dafür erwartet er vom Betriebsrat ein Entgegenkommen bei der weiteren Flexibilisierung der Arbeitszeit. Bislang liegt BMW beim Einsatz von Leiharbeitern vor allen Konkurrenten.

Bereits vor Jahren wurde vereinbart, dass die Betroffenen den gleichen Lohn erhalten wie die Stammbeschäftigten. Bei Sonderzahlungen gehen sie aber leer aus. Das dürften heute viele Leiharbeiter spüren. Da wird ihren festangestellten Kollegen die Gewinnbeteiligung bekannt gegeben, die noch einmal über dem Rekordwert der Vorjahres (1,6 Monatsgehälter) liegen wird. Genaue Zahlen wollte gestern weder Reithofer noch der Gesamtbetriebsratsvorsitzende Manfred Schoch nennen.

Martin Prem

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