Rekord-Dividende für Post-Aktionäre

- Bonn - Die Aktionäre der Deutschen Post dürfen sich auf eine Rekord-Dividende freuen. Nach einem Milliardengewinn im Jahr 2005 sollen 70 Cent je Aktie ausgeschüttet werden, wie Post-Vorstandschef Klaus Zumwinkel am Dienstag bei der Vorlage der Jahresbilanz des Konzerns sagte.

Das bedeutet im Gleichklang mit dem Gewinnanstieg eine überraschend hohe Steigerung von 40 Prozent im Vergleich zum Vorjahr, als die Dividende bei 50 Cent lag. Mit einer Qualitätsoffensive und besserem Service will der weltweit führende Logistik-Konzern in den nächsten Jahren mehr Kunden an sich binden. Für dieses Jahr erwartet die Post ein operatives Ergebnis vor Steuern und Zinsen (EBIT) etwa auf dem Niveau von 2005 von rund 3,7 Milliarden Euro.

Der Nettogewinn stieg 2005 um fast 40 Prozent von 1,6 auf 2,2 Milliarden Euro. In ihrem schwierigen USA-Expressgeschäft werde die Post mit ihrer Tochter DHL in diesem Jahr und auch noch 2007 weiter rote Zahlen schreiben, sagte Zumwinkel. Trotz der Probleme, auf dem US-Markt Fuß zu fassen, schloss er einen Rückzug aus. "Wir brauchen die USA. Als globaler Konzern müssen wir dort vertreten sein." Nach rund 400 Millionen Euro Verlust 2005 (2004: knapp 500 Mio. Euro Minus) werde das Defizit bei der Post-Tochter im nächsten Jahr kontinuierlich abgebaut, sagte Zumwinkel. Vor einem Jahr hatte er noch prognostiziert, dass schon Ende 2006 die Gewinnschwelle erreicht werde.

Die Zusammenlegung von zwei Luftdrehkreuzen zu dem neuen Drehkreuz in Wilmington (Ohio) sei problematischer verlaufen als erwartet, erläuterte der Post-Chef. Dabei habe es auch beim Service für die Kunden Mängel gegeben. Für 2005 nahm die Post in den USA eine außerordentliche Abschreibung auf den Firmenwert in Höhe von 434 Millionen Euro vor. Für das laufende Geschäftsjahr erwartet die Post insgesamt vor allem dank weiterer schwergewichtiger Übernahmen wie der des britischen Logistikunternehmens Exel einen Umsatzsprung auf rund 60 Milliarden Euro (2005: 44,6 Mrd. Euro). Beim EBIT prognostiziert die Post mit "mindestens 3,7 Milliarden Euro" nur ein ähnliches Ergebnis wie 2005 (3,76 Mrd Euro). Allerdings seien hierbei auch die Kosten für die Integration von Exel und des Baufinanzierers BHW durch die Postbank zu berücksichtigen, erläuterte Post-Finanzvorstand Edgar Ernst. Das EBIT-Ergebnis soll gleichwohl kontinuierlich gesteigert werden und im Jahr 2009 mindestens fünf Milliarden Euro erreichen. Dazu soll auch auch die Strategie zur stärkeren Kundenorientierung und Verbesserung der Produkt- und Servicequalität beitragen.

Das Programm "First Choice", das Zumwinkel zur Chefsache erklärte, soll der Post mit großer Kundennähe die weltweite Marktführerschaft sichern. Nach vielen Übernahmen sieht sich die Post international strategisch gut positioniert. "Kein Logistik-Konzern ist im globalen Wettbewerb strategisch besser aufgestellt", sagte Zumwinkel. Jetzt gehe es darum, die Zukäufe gut zu integrieren.

Größere neue Akquisitionen seien daher in diesem Jahr nicht geplant. Nach wie vor steuert der Briefsektor den Löwenanteil zum Konzernergebnis bei. Allerdings stagniert das Briefgeschäft national und die Post sieht sich zunehmender Konkurrenz ausgesetzt. Auch im Briefgeschäft erwartet die Post für 2006 nur ein stagnierendes EBIT-Ergebnis von rund zwei Milliarden Euro.

Mit einem massiven Einbruch rechnet die Post auch nach dem Auslaufen ihres nationalen Monopols Ende 2007 nicht. Das Monopol sei bereits "löchrig" und die Konkurrenz werde es schwer haben, flächendeckende Netze aufzubauen oder eine gleichwertige Qualität zu liefern, sagte Brief-Vorstand Hans-Dieter Petram. Er sei aber zuversichtlich, dass es der Post gelingen werde, nationale Einbußen durch ein stärkeres internationales Briefgeschäft auszugleichen.

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