Rekordgewinn ist Münchener Rück nicht genug

- München - Trotz hoher Sturmschäden und Sonderbelastungen hat die Münchener Rück 2004 einen Rekordgewinn von 1,8 Milliarden Euro erzielt. Für das laufende Jahr stellte der Vorstand eine weitere Gewinnsteigerung in Aussicht. Die Erneuerung der Rückversicherungs-Verträge im Januar sei "sehr erfolgreich" verlaufen. Die Dividende soll von 1,25 auf 2,00 Euro erhöht werden.

Nach einem Vorjahres-Verlust von 434 Millionen Euro erreichte die Münchener Rück im vergangenen Jahr mit einem Gewinn von 1,8 Milliarden Euro nach Steuern das beste Ergebnis ihrer Geschichte und erfüllte damit ihre Prognose. Das eigentliche Versicherungsgeschäft sei "besser gelaufen als erwartet", erklärte Vorstandsmitglied Jörg Schneider. Die Ergo-Versicherungsgruppe sei nach einem Vorjahresverlust von 1,4 Milliarden mit 202 Millionen Euro in die Gewinnzone zurückgekehrt. Auch der Gewinn aus Kapitalanlagen sei sehr erfreulich gewesen.<BR><BR>Belastet wurde das Ergebnis durch überdurchschnittlich hohe Schäden aus Wirbelstürmen und anderen Naturkatastrophen. Die Wertberichtigung der HypoVereinsbank, an der die Münchener Rück mit 18 Prozent beteiligt ist, belastete den Jahresüberschuss mit 240 Millionen Euro. Rückstellungen für Asbestschäden bei der US-Tochter American Re ließen deren Ergebnis um die Hälfte auf 103 Millionen Dollar einbrechen.<BR><BR>Das Konzernergebnis von 1,8 Milliarden Euro, das leicht über der bisherigen Höchstmarke von 1,75 Milliarden aus dem Jahr 2000 liegt, "wollen wir steigern", kündigte Schneider an. Mittelfristiges Ziel sei eine Kapitalrendite von zwölf Prozent oder 2,4 Milliarden Euro Überschuss. "Wir kämpfen und sind hart daran, diese Rentabilität nachhaltig zu machen", sagte der Chefbuchhalter.<BR><BR>Die Aussichten für das laufende Jahr seien gut. Im Kerngeschäft der Schaden-Rückversicherung rechnet die Münchener Rück mit einem stabilen Beitragsvolumen, stabilen Preisen auf hohem Niveau und einer Senkung der Schaden-Kosten-Quote auf erstmals unter 97 Prozent.<BR><BR>Bei der wichtigsten Vertragsrunde im Januar, wo zwei Drittel der Nichtleben-Rückversicherung zur Erneuerung anstanden, habe die Münchener Rück Geschäfte im Volumen von 754 Millionen Euro aufgegeben, weil Preise und Risiken nicht mehr gepasst hätten - zum Beispiel in der europäischen Kfz-Versicherung oder in der US-Arbeiterhaftpflicht. Auf der anderen Seite habe sie - unter anderem in China - Neugeschäft in Höhe von 782 Millionen Euro hinzugewonnen. Vorstandsmitglied Torsten Jeworrek sprach von einer "Stabilisierung auf hohem Niveau". Aber der Wettbewerb nehme zu. Im Übrigen "lief der Januar mittelprächtig", sagte Schneider. Der Hochhausbrand in Madrid und der Sturm "Erwin" hätten je zweistellige Millionenschäden verursacht.<BR><P> </P>

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