Rekordjagd der Ölpreise setzt Börsen unter Druck

New York/London/Frankfurt - Neue Rekord-Ölpreise haben die Börsen am Freitag weltweit auf Talfahrt geschickt. In Asien brachen die Indizes um bis zu fünf Prozent ein. Auch in Deutschland begann der Handel mit negativen Vorzeichen.

Nach einem Allzeithoch am Vorabend kletterte der Preis für ein Barrel (159 Liter) US-Leichtöl der Sorte West Texas Intermediate (WTI) zur Auslieferung im August weiter auf einen neuen Höchststand von 141,71 Dollar. Das waren 1,70 Dollar mehr als am Vorabend. Rohöl der Nordseesorte Brent kostete in der Spitze 141,98 Dollar, ebenfalls ein neuer Rekordstand. Die Kurstafeln an den Börsen in den USA und in Asien färbten sich tiefrot.

Bereits am Donnerstagabend (Ortszeit) hatte der Dow Jones 3,03 Prozent verloren und bei 11 453,42 Punkten auf einem neuen Jahrestief geschlossen. Am stärksten brach in den USA der NASDAQ-Index ein, er verlor 3,33 Prozent und sank auf 2321,37 Punkte. Die Börse in Tokio schloss auf einem Zwei-Monats-Tief; der Nikkei gab um 277,96 Punkte oder 2,01 Prozent auf den Schlussstand von 13 544,36 Zähler nach. Der Shanghai Composite Index in China brach um 5,29 Prozent ein und rutschte auf 2748,43 Punkte ab. Im indischen Neu-Delhi verlor der Leitindex Sensex 629,77 Punkte, ein Minus von 4,37 Prozent.

Einen Grund für die Ölpreisschübe sehen Händler in Aussagen des Präsidenten der Organisation erdölexportierender Länder (OPEC), Chakib Khelil. Er hatte Ölpreise von 150 bis 170 Dollar für den Sommer prognostiziert. Ein noch düsteres Bild zeichnete der Chef des russischen Energiegiganten Gazprom, Alexej Miller, in der "Financial Times". Er sagte Ölpreise von 250 Dollar pro Barrel für das kommende Jahr voraus. Seiner Meinung nach hat die OPEC zudem ihren Einfluss auf den Ölpreis verloren. Das Kartell habe in der letzten Zeit keine Entscheidung getroffen, die den Ölmarkt wirklich beeinflusst habe.

Angesichts der Ölpreise und der negativen Vorgaben der weltweiten Börsen gingen die deutschen Aktien am Vormittag mit Verlusten in den Handel. Der DAX gab 0,82 Prozent auf 6406 Zähler nach. Der EuroSTOXX, in dem 50 führende europäische Unternehmen gelistet sind, verlor 1,65 Prozent auf 3310,87 Zähler und erreichte seinen niedrigsten Stand seit November 2005.

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Genug Aktionäre überzeugt: Finanzinvestoren übernehmen Stada
Das lange Übernahmeringen um den hessischen Arzneimittelhersteller ist beendet. Bain und Cinven haben im zweiten Anlauf die nötige Zustimmung der Aktionäre erreicht. Nun …
Genug Aktionäre überzeugt: Finanzinvestoren übernehmen Stada
Schweiz verhängt Zulassungsstopp für manipulierte Porsche-Cayenne-Wagen
Die Behörden in der Schweiz haben einen Zulassungsstopp für bestimmte Modelle des Porsche Cayenne verhängt. Grund dafür ist der Umweltschutz.
Schweiz verhängt Zulassungsstopp für manipulierte Porsche-Cayenne-Wagen
Unternehmer Wöhrl will insolvente Air Berlin übernehmen
Der Nürnberger Unternehmer Hans Rudolf Wöhrl hat sein Interesse an der Übernahme der insolventen Fluggesellschaft Air Berlin signalisiert.
Unternehmer Wöhrl will insolvente Air Berlin übernehmen
Studie: Lufthansa-Monopol droht vor allem auf innerdeutschen Strecken
Eine Komplettübernahme der insolventen Fluggesellschaft Air Berlin würde der Lufthansa vor allem auf innerdeutschen Strecken zu einem starken Monopol verhelfen.
Studie: Lufthansa-Monopol droht vor allem auf innerdeutschen Strecken

Kommentare