Rekordjahr für Deutschland-Tourismus

Wiesbaden -  Zweites Rekordjahr für den Deutschland-Tourismus in Folge: In deutschen Hotelbetten haben im vergangenen Jahr so oft Gäste geschlafen wie noch nie.

In deutschen Hotelbetten haben im vergangenen Jahr so häufig Gäste geschlafen wie noch nie. Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes vom Donnerstag wurden 394,1 Millionen Übernachtungen von in- und ausländischen Besuchern gezählt. Das war mit einem Plus von 4 Prozent gegenüber dem Vorjahr der zweite Rekord in Folge. Nach den Auswertungen des Bundesamtes steigen die Übernachtungszahlen seit 2004 kontinuierlich an, mit Ausnahme des von der Wirtschaftskrise geprägten Jahres 2009.

Besonders stark stieg die Zahl der Übernachtungen von Reisenden aus dem Ausland (plus 6 Prozent). Im Verhältnis dazu stiegen die Übernachtungen der Inländer nur halb so stark, nämlich um 3 Prozent. Sie buchten mit 330,3 Millionen aber immer noch mehr als fünf Mal so viele Übernachtungen wie Gäste aus anderen Ländern mit 63,8 Millionen. In der Statistik werden Hotels mit mindestens neun Betten und Campingplätze erfasst.

Das Wachstum war stark aus Europa getrieben, berichtete die Deutsche Zentrale für Tourismus (DZT) in Frankfurt. Neben den Niederländern als größter Gästegruppe hätten insbesondere die Schweizer Deutschland als preisgünstiges Reiseland mit hoher Dienstleistungsqualität und Serviceorientierung entdeckt. Mit rund 4,4 Millionen Übernachtungen waren es doppelt so viele aus der Schweiz als noch vor zehn Jahren. Die Eidgenossen bevorzugten das Luxussegment und kauften wegen des günstigen Wechselkurses zum Euro kräftig Waren aller Art ein, berichtete DZT-Chefin Petra Hedorfer.

Aus den hochverschuldeten Ländern Südeuropas schwächelte hingegen der Besuch: Noch im Plus lag Spanien, während Griechen, Italiener und Portugiesen seltener nach Deutschland reisten. Von den mehr als 10 Millionen Übernachtungen der Niederländer entfielen rund 1,5 Millionen auf Campingplätze.

Für dieses Jahr setzt die Tourismuszentrale auf Großereignisse wie die Weltkunstausstellung documenta in Kassel, die Preußen-Feierlichkeiten oder das 800-jährige Jubiläum des Thomanerchors in Leipzig. Es werde ein weiteres Übernachtungsplus von bis zu 3 Prozent erwartet. Gezielt würden die Märkte in Schwellenländern wie Brasilien, Indien oder Russland bearbeitet, berichtete Hedorfer. Ein neues DZT-Büro in Belgrad soll zudem ab dem 31. März den Balkan-Markt betreuen.

dpa

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