Rendite für eine bessere Welt

- Geld soll nicht nur für das eigene Konto arbeiten, sondern auch für eine bessere Welt - das ist der Gedanke hinter nachhaltigem Investment. Zu den populärsten Anlageformen zählen hierbei Ethik- und Ökofonds. Wer in sie investiert, steckt sein Geld schwerpunktmäßig in Unternehmen und Branchen, die besonders umweltfreundlich oder sozialverträglich arbeiten.

Wer dauerhaft Geld anlegen will und Kursschwankungen aussitzen kann, kommt nach Einschätzung von Experten an Aktien kaum vorbei. Sie versprechen erfahrungsgemäß langfristig die höchste Rendite. Wer Wert darauf legt, in Unternehmen zu investieren, die nachhaltig wirtschaften, kann also entsprechende Aktien kaufen.

Bewertungsfirmen wie die Münchner Oekom Research oder das Schweizer Sustainability Asset Management untersuchen Unternehmen auf nachhaltiges Wirtschaften hin. Auf deren Daten haben Privatanleger in der Regel keinen Zugriff. Orientierung kann man sich aber durch die Hintertür holen. Aus den Daten der Agenturen werden Nachhaltigkeits-Indizes und -Fonds zusammengesetzt. Anleger, die in Einzelwerte investieren wollen, können darauf achten, welche Werte dort enthalten sind, empfiehlt Rainer Zuppe von der Zeitschrift "Finanztest".

Die Investition in einzelne Aktien setzt allerdings eine sorgfältige Beurteilung der Unternehmen voraus, die viele Privatanleger überfordert. Diese Arbeit nehmen Investment-Fonds ab.

Zwei Ansätze

Nachhaltigkeits-Fonds liegen bei der Auswahl der Werte, in die sie investieren, grundsätzlich zwei Prinzipien zugrunde.

Bei der Methode des Klassenbesten ("Best in class") werden aus verschiedenen Branchen die umweltfreundlichsten, ethischsten oder sozialsten Unternehmen herausgepickt. So sollen Manager einen Anreiz erhalten, ihre Firma auf Nachhaltigkeit zu trimmen, um für entsprechend ausgerichtete Anleger attraktiv zu sein. Denn reges Anlegerinteresse kann für steigende Kurse sorgen. Allerdings führt dies dazu, dass in derartigen Fonds auch Chemiefirmen oder Ölkonzerne enthalten sein können.

Wer sich an diesem pragmatischen Ansatz stört, kann in Fonds investieren, die mit Ausschlusskriterien arbeiten. Sie investieren nicht in Unternehmen aus bestimmten Branchen - etwa Glücksspiel, Alkohol, Rüstung, Atomkraft. Einige Fonds erlauben allerdings einen geringen Umsatzanteil in entsprechenden Bereichen. Oft werden beide Ansätze kombiniert, es wird also die Klassenbester-Methode angewandt, wobei bestimmte Branchen komplett ausgeschlossen sind.

Viele Schwerpunkte

Die Internet-Datenbank der European Business School (www.nachhaltiges-investment.org) enthält 119 Fonds, die unterschiedliche Themenschwerpunkte legen - zum Beispiel Umwelttechnologie oder Wasser. Die meisten verfolgen aber allgemeine Öko- oder Ethik-Ziele.

Wertentwicklung

Wenige ethisch-ökologische Fonds enthalten - teilweise oder ausschließlich - Anleihen. Die meisten sind reine Aktienfonds. Und einige davon können sich mit ihren Brüdern ohne moralischen Anspruch messen.

Im Fonds-Dauertest von "Finanztest" stehen auch Nachhaltigkeits-Fonds in den Bestenlisten. Der Ökovision zum Beispiel rangiert in der aktuellen Rangliste auf Platz 21 von 267 weltweit anlegenden Aktienfonds. Er wurde 1996 aufgelegt und gilt als Klassiker im Bereich der nachhaltigen Anlagen. Ähnlich schneiden der Dexia Sustainable Accent Social C und der Activest EcoTech C ab. Besonders streng bei der Auswahl ist der Greeneffects NAI-Wertefonds. Er investiert ausschließlich in Unternehmen, die im 25 internationale Werte umfassenden Natur-Aktien-Index (NAI) gelistet sind. Angesichts dieser geringen Streuung ist er nach "Finanztest"-Einschätzung riskanter und eher als Depot-Beimischung denn als Basis-Investment geeignet. Diese Einschränkung gilt für viele der Nachhaltigkeits-Fonds, die mitunter stark branchenfixiert sind. Generell empfiehlt Rainer Zuppe, die Wertentwicklung der nachhaltigen mit der anderer Fonds zu vergleichen. Außerdem sollten sich Anleger informieren, nach welchen Kriterien die Fonds ihre Werte auswählen. Hier fehle es oft an Transparenz. Das Gros der Nachhaltigkeits-Fonds halte die selbst auferlegten Beschränkungen aber ein, ist das Ergebnis einer "Finanztest"-Untersuchung aus dem vergangenen Jahr.

Indizes

Einige Fonds orientieren sich an einem Nachhaltigkeits-Index - etwa dem NAI. Der älteste Index ist der Dow Jones Sustainability World Index, der seit 1999 ermittelt wird. Er enthält die zehn Prozent "saubersten" Unternehmen des 2500 Werte umfassenden Dow Jones Global Index. An der Entwicklung der Indizes kann man über Indexzertifikate teilhaben. Für diese fallen meist geringere Gebühren an als für Fonds. Unter anderem haben HypoVereinsbank, WestLB und DZ-Bank entsprechende Papiere aufgelegt. Allerdings ist hier zu berücksichtigen, dass es keinen Fondsmanager gibt, der Werte mit hohem Potenzial ausfindig zu machen versucht. Die Auswahl im Index richtet sich meist nach Unternehmensgröße und Handelsvolumen.

- www.nachhaltiges-investment.org

- www.ecoreporter.de

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