Renovierung: Staat belohnt Energiesparer mit Milliarden Euro

- München -­ Im Kampf gegen die Klimaerwärmung greift die staatseigene KfW Bankengruppe Haus- und Wohnungsbesitzern verstärkt beim Energiesparen unter die Arme. Wer ein altes Haus auf den neuesten Energiespar-Stand bringt, kann billige Kredite oder Fördergeld erhalten. Insgesamt schüttet die KfW heuer rund neun Milliarden Euro aus. Davon können auch Vereine profitieren. Erstmals fördert die KfW auch die Sanierung von Schulen, Turnhallen, Kindergärten und Vereinsgebäuden.

"Die Sanierung von Altbauten in Deutschland birgt ein riesiges Potenzial für Energieeinsparung und Klimaschutz ­ und hilft dem Einzelnen, Heizkosten zu sparen", sagte KfW-Vorstandssprecherin Ingrid Matthäus-Maier. "Angesichts hoher Preise für Öl und Gas sowie der Frage nach Energiesicherheit ist das Thema aktueller denn je." Von den 30 Millionen Wohnungen und Häusern, die in Deutschland vor 1984 gebaut wurden und seinerzeit nur geringe Energiestandards erfüllen mussten, seien 24 Millionen sanierungsbedürftig. Um den Verbrauch an Erdgas oder Erdöl zu senken, müssten eine effizientere Heizung eingebaut, Fenster ausgetauscht und Außenwände gedämmt werden.

"Wer umfassend saniert, der kann den Energieverbrauch seines Hauses halbieren", schätzt Matthäus-Maier. Während in einem unsanierten Altbau der Verbrauch bei bis zu 250 Kilowattstunden pro Quadratmeter Nutzfläche liege, belaufe er sich in einem Neubau auf 100 Kilowattstunden. Besitzer eines Einfamilienhauses könnten durchaus 1000 Euro Energiekosten pro Jahr sparen.

Für die Altbausanierung kann ein Eigentümer maximal 50\x0f000 Euro KfW-Kredit pro Wohneinheit erhalten. Der Zinssatz ist verbilligt, richtet sich aber nach der Marktentwicklung. Derzeit liegt er für ein Darlehen mit 20-jähriger Laufzeit und zehnjähriger Zinsbindung bei 2,5 Prozent.

Seit Jahresbeginn können aber auch Verbraucher, die keinen Kredit benötigen, eine Finanzspritze bekommen. Der Zuschuss richte sich an Eigentümer von selbst genutzten oder vermieteten Ein- oder Zweifamilienhäusern und Eigentumswohnungen. Wenn der Energieverbrauch nach der Renovierung auf dem Standard eines Neubaus liegt, kann ein Zuschuss in zehnprozentiger Höhe der Sanierungskosten ­ maximal 5000 Euro ­ direkt ausgezahlt werden. Erreicht man einen noch besseren Wert, kann der Zuschuss bis zu 17,5 Prozent der Sanierungskosten ­ maximal 8750 Euro ­ betragen. "Wer besonders viel Energie einspart, erhält mehr KfW-Förderung", sagte Matthäus-Maier.

Für 2007 erhält die KfW etwa eine Milliarde Euro an Mitteln aus dem Bundeshaushalt, die sie zur Zinsverbilligung der Kredite und für Zuschüsse einsetzt. So entsteht daraus eine Gesamtsumme für die Förderung von rund neun Milliarden Euro.

Mit dem Programm will die KfW auch das mittelständische Handwerk unterstützen. "Das Programm kurbelt die Konjunktur im Handwerk an", sagte Matthäus-Maier. Im vergangenen Jahr habe die KfW mit ihrem Programm mehr als 400\x0f000 Arbeitsplätze in kleinen und mittleren Bauunternehmen gesichert.

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