1. Startseite
  2. Wirtschaft

Rente: So erhöht sich der Rentenanspruch bei der Pflege von Angehörigen

Erstellt:

Von: Lisa Mayerhofer

Kommentare

Mehr als drei Millionen pflegebedürftige Menschen werden zu Hause gepflegt – oftmals von Angehörigen. 
Mehr als drei Millionen pflegebedürftige Menschen werden zu Hause gepflegt – oftmals von Angehörigen. (Archivbild) © Abraham Gonzalez/imago

Wer Angehörige zu Hause pflegt, muss oft beruflich kürzertreten. Damit dadurch später nicht zusätzlich noch Rentennachteile entstehen, hilft der Gesetzgeber nach.

Berlin – Rund 4,1 Millionen pflegebedürftige Menschen leben laut Statistischem Bundesamt in Deutschland. Mehr als drei Millionen von ihnen werden zu Hause gepflegt – oftmals von Angehörigen. Weil diese durch den erheblichen Kraft- und Zeitaufwand weniger arbeiten können, erwerben sie geringere Rentenansprüche.

Rente: Ehrenamtliche Pflege als Erwerbsarbeit gezählt

Um die Nachteile von pflegenden Angehörigen auszugleichen, zählt der Gesetzgeber die ehrenamtliche Pflege bei der Rente wie eine Erwerbsarbeit. Die dafür zu leistenden Rentenbeiträge muss allein die Pflegekasse des Gepflegten tragen, heißt es von der Deutschen Rentenversicherung.

Die Rentenversicherungspflicht trete schon dann ein, wenn eine Pflegeperson eine oder mehrere pflegebedürftige Personen mit mindestens Pflegegrad zwei ohne Vergütung pflegt. Außerdem muss sich die Pflege insgesamt über mindestens zehn Stunden und wenigstens zwei Tage pro Woche verteilen. Vorsicht: Bei Pflegegrad eins werden der Pflegeperson noch keine Rentenpunkte gutgeschrieben.

Unser Rente-Newsletter informiert Sie jeden Mittwoch über neue Entwicklungen rund um Ihre Rente. Melden Sie sich jetzt an!

Rente: So erhöht sich der Rentenanspruch nach einem Jahr Pflege

Wer nebenher weiter arbeitet, darf zudem 30 Wochenstunden bei der erwerbsmäßigen Tätigkeit nicht überschreiten. Außerdem darf die pflegende Person nicht schon selbst Altersrente beziehen. Ob diese Voraussetzungen erfüllt sind, prüft die Pflegekasse des Pflegebedürftigen.

Je nachdem welche Leistungen vom Pflegebedürftigen bezogen werden und in Abhängigkeit vom Grad seiner Pflegebedürftigkeit, würden für den Pflegenden Beiträge zwischen 116 und 612 Euro im Monat gezahlt. Nach einem Jahr Pflege erhöhe sich dadurch die monatliche Rente zwischen sieben und 35 Euro, so die Deutsche Rentenversicherung.

Wer allerdings von der pflegebedürftigen Person mehr Geld für die Pflege erhält, als die Pflegekasse für selbst beschaffte Pflegehilfen zahlt, hat diese Ansprüche nicht. In diesem Fall prüft die Kasse, ob nicht doch ein „echtes“ Pflege-Beschäftigungsverhältnis vorliegen könnte. (lma/dpa)

Auch interessant

Kommentare